A. Zuntz sel. Wwe. Berlin

Aus Veikkos-archiv
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Die jüdische Firma wurde 1837 von der Witwe Rechel Zuntz und ihrem Sohn Leopold in Bonn gegründet. Wobei sel. Wwe. Für „des seligen Amschel Zuntz Witwe“ steht.

Reklamemarken

Verzeichnis der Reklamemarken welche die Firma ausgegeben hatte.

Geschichte

1840 erfolgte der Umzug von der Tempelstraße (früher Judengasse) in die Hundsgasse 14 (heute Belderberg). Ab 1850 wurde der „kandierte Kaffee“ zum Geschäftserfolg. Beim Rösten mischte man Zucker bei, welcher karamellisierte.

Der Familienbetrieb wurde immer erfolgreicher und eröffnete 1879 eine Filiale in Berlin und 1889 in Hamburg. Ab 1893 waren sie offizielle „Hoflieferanten“ vom Kaiser und König.

1887 ließ sich die Firma ein Kaffeekonzentrat patentieren und 1891 erfolgte der Umzug Am Grünen Weg 78 der heutigen Königstraße.

Die erste Kaffeestube wurde ein Jahr nach der Berliner Weltausstellung (1896) eröffnet und weitere 29 Berliner Cafés folgten bis 1914.

Nach dem I. Weltkrieg expandierte die Firma weiter und schaffte es bis 1930 auf 11 Filialen, 17 Kaffeestuben und 1.934 Läden.

Ab 1933 verschlechterten sich die Geschäfte der Firma. Trotz einer „Arisierung“ der Firma durch einen Geschäftsführer der auch Mitglied der NSDAP war, konnte der Niedergang nicht aufgehalten werden.

1945 war die Firmenzentrale in Berlin abgebrannt und von 68 Filialen exetierten noch 14 wo man Kaffeeersatz und Brühe ausschenkte.

Schon 1951 wurde die Berliner Firma von der Dallmayr Kaffeerösterei übernommen. 1976 dann auch die restlichen Filialen von Dallmayr und Darboven.

Der Produktname A. Zuntz sel. Wwe. ist bis heute erhalten geblieben und auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Königstraße 78 in Bonn wurde ein Café mit alter Werbung der Firma ausgestattet.

Zum 125. Betriebsjubiläum wurde auf dem Berliner Kurfürstendamm neben dem Café Kranzler, das Café „Zuntz im Zentrum“ eingeweiht. Der Komponist Günter Neuman komponierte eigens dazu den Chanson „Zuntz selige Witwe 1962“.

Adressen in Berlin: Magdeburger Platz 4, Warschauer Straße 39/40,


Quelle