Bestensee

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(c) Karte: CC-BY-SA OpenStreetMap.org contributors


Großbesten

Die wasserreiche Umgebung soll angeblich die Wenden veranlasst haben, den Ort mit Les Wyn zu bezeichnen. „ Bestewyen“ heißt er auch im karolinischen Landbuch von 1375. Die ausgedehnten Niederungen mit ihren weiten Seen, die einen starken Reiz auf Ausflügler und Heimat Wanderer ausüben, können sehr wohl die Wenden bestimmt haben, gerade hier am Engpass einer Senke die Niederlassung zu gründen.

Im Mittelalter gehörte das Dorf zum Lehnsbereich der Edlen Schenken von Landsberg, die auf dem Schosse ihren Sitz hatten, zum sogenannten Schenkenländchen, das später der Mark und dann dem eigentlichen Teltow angegliedert wurde.

Um 1375 besaß „ Sifrid von Slyven“ einen Hof mit 6 Freihufen in Großbesten, aus dem sich später ein Rittergut bildete, das aber schon vor 1584 wüst gewesen sein muss, da es eine Nachweisung aus diesem Jahre nicht mehr nennt. 1624 waren 13 Bauern, 1 Hirte und 1 Schmied ansässig. Nach dem Westfälischen Frieden – im Jahre 1652 – konnte der Landreiter nur noch 8 Hüfner und 2 Kossäten als Einwohner melden. Das inzwischen wieder in Wirtschaft genommene Gut besaß um diese Zeit der Theologe Müller, der es von den verschuldeten Schenken erworben hatte. Nach ihm besaß es die Familie von Löben, von der es Friedrich Wilhelm I. zwecks Vergrößerung seiner Herrschaft Wusterhausen 1717 kaufte.

Den kolossalen Aufschwung, den Großbesten in den letzten 25 Jahren genommen hat, verdankt es fast ausschließlich dem Entstehen zahlreicher Landhäuser. 1900 zählte man 494 Einwohner in 110 Haushaltungen, 1925 1266 Einwohner in 184 Wohnhäusern. Seit 1891 ist der Ort dem Chausseenetz des Kreises angeschlossen Und hat dadurch der alte Verkehrsweg zwischen Mittenwalde und dem Beeskow – Storkower Lande neue Bedeutung erlangt.

Einwohnerzahl 1925: 599 männl. 667 weibl.

Quelle: Adressbuch Teltow 1927


Kleinbesten

Im Allgemeinen finden wir die ältesten genaueren Nachrichten über unserer Dörfer im Landbuch Kaiser Karls IV., das dieser „ Rechenfürst“ um 1375 als eine Art von Geldkataster aufstellen ließ.

In lateinischer Sprache verfasst, wird darin „Belewin parva“ als ein Ort genannte, zu dem 12 Hufen Ackerland gehörten, und deren Besitzer dem Landesherrn zins – und bedepflichtig waren. Unter den ersten Zollern befand sich „ Betswin“ im Besitz der Schenken von Landsberg, Schlossherren auf Teupitz, und blieben es auch bis in die zeit des Großen Kurfürsten, wo dieses alte Rittergeschlecht in Vermögensverfall geriet und das Dorf an Baron v. Löben veräußert wurde.

1717 erwarb König Friedrich Wilhelm I. außer vielen Orten der Umgebung auch Kleinbesten, um es seiner Herrschaft Königswusterhausen zuzufügen, die der ergebnisreichen Jagd wegen zu seinem Lieblingsaufenthalt gehörte. Die Franzosenzeit und ihre Nachwehen brachten es mit sich, dass der Preußische Staat große Gelände in Erbpacht geben musst, wodurch auch das Amt Wusterhausen in Mitleidenschaft gezogen wurde, doch übte das Königliche Hausfideikommißamt Königswusterhausen noch lange die Polizeiverwaltung aus.

Wie schon gesagt, wissen wir aus der ältesten Zeit des Dorfes sehr wenig, doch spricht seine Lage für eine Niederlassung fischereitreibender Bewohner, als die wir uns den größte Teil der Slawen vorstellen.

Von der Sicherheit ihrer Wohnstätten ausgehend, werden sich die ersten Ansiedler auf der Ostseite des Kleinbestener Sees festgesetzt haben, der damals noch eine weitaus größere Ausdehnung gehabt haben muss als heute. Das Gewässer und die anschließende sumpfigen Niederungen umschlossen in einem großen Bogen die Halbinsel, auf der wir den Ort finden. Er hat der ganzen Lage nach ein rundlingartiges Gemeinwesen dargestellt, zu dem nur vom Süden aus der Kundige den Weg fand. Nach einer Karte vom Jahre 1788 zu urteilen, scheint ein „gemeiner Weg“ zwischen Klein – und Großbesten noch nicht vorhanden gewesen zu sein; erst eine spätere Zeit machte die Anlegung eines Dammes und den Bau einer Chaussee – 1896 - notwendig .

Einwohnerzahl 1925: 285 männl. 283 weibl.

Quelle: Adressbuch Teltow 1927