Jühnsdorf

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Wie bei Wikipedia kann man mit seinem Wissen dazu beitragen und die Geschichte von Jühnsdorf ergänzen, sowie schöne Radtouren der Gegend einstellen.


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(c) Karte: CC-BY-SA OpenStreetMap.org contributors


Jühnsdorf

Das nördliche Ufer des Rangsdorfer - See und der Linden- Berg südwestlich des Dorfes haben Kulturreste hergegeben, die die lange gehegte Annahme bestätigen, dass sich auf der Jühnsdorfer Feldmark Siedlungsstätten befinden, die über sechstausend Jahre alt sind. An den beiden Stellen gelang es Dr. Hohmann ungezählte winzige Feuersteingeräte, wie Pfeilspitze, Messerchen usw. aufzulesen und auf dem einst schwer zugänglichen Linden- Berg zwei Wohngruben zu durchforschen, die derselben Zeit angehören. Ein früheisenzeitliches Gräberfeld – etwa – 500 v. Chr. – birgt die westliche Feldmark.

Dürftig fließen die geschichtlichen Quellen aus dem Mittelalter. „Judensdorf“ – auch „Gudenstorff“ genannt, umfasste 39 Hufen Ackerland, wovon nach dem Landbuch von 1375 ein Tyle Parys 5 Freihufen innehatte und außerdem noch Zins und Pacht von 11 Bauern bezog. Der Cöllner Patrizier Wusterhuse besaß das gleich Recht an 15 Hufen Landes. Beide teilten sich außerdem den Erlös verschiedener Einnahmen, die zum Teil auch von den 18 Kossäten entrichtet werden mussten. Nach dem Schussregister von 1450 besaßen die Milow das Dorf mit Ausnahme eines landesherrlichen Anteils.

1487 wurde der am kurfürstlichen Hofe beamtetet Hofmeister Kurt von Schlabrendorff damit belehnt, doch veräußerten seine Nachkommen Jühnsdorf am Ende des 16. Jahrhunderts an die Familie von Hake- Kleinmachnow, die bald darauf 3 Bauerngüter aufkaufte und dadurch ihren Gutsbesitz ansehnlich vergrößerte. 1684 ging das Gut an Joachim von Otterstedt und 1785 nach einem unaufhaltbaren Vermögensverfall dieses märkische Adelsgeschlechtes an Erasmus von Redern über. Auch diese Familie geriet in Zahlungsschwierigkeiten, so dass es zum Konkurs kam und Jühnsdorf vom Generalmajor von der Gröben erworben wurde. Durch Erbgang kam das Gut 1823 an den Hauptmann von dem Knesebeck, aus dessen Familie ein Mitglied besonders genannt werden sollte: Landrat Leo von dem Knesebeck. In seine Amtstätigkeit – 1851 – bis 1862 – die er in den Sommermonaten in Jühnsdorf, im, Winter in Teltow führte, fällt die durchgreifende Entwässerung der Notte – Niederung und die Gründung der Kreissparkasse.

Seit 1. Dezember 1925 ist das umfangreiche Gurtsgelände in den besitz der Teltower Kreisverwaltung übergegangen.

Im Dreißigjährigen Kriege, als die Not, Pest und Brand im Lande herrschte, wurden 6 Hüfner – und 9 Kossäten wüst. Es war eine leidensvolle Zeit für die Bewohner, wie sie immer vom Kriege heraufbeschworen wird. Auch am Vortage der Großbeerener Schlacht, als Major Hiller mit 2 Geschützen, 2 Bataillonen Landwehr und 2 Schwadronen Kavallerie versuchte, vom Linden – Berge aus Teile des 4. französischen Armeekorps aufzuhalten, aber nach kurzem Widerstand die Stellung aufgeben und den Rückzug antreten musste, hatte das Dorf schwer unter den sächsischen- französischen Truppen zu leiden.

Gutsbezirk Jühnsdorf Einwohnerzahl 1925: 61 männl. 71 weibl.

Quelle: Adressbuch Teltow 1927