Königs Wusterhausen

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Die Stadt Königs Wusterhausen, von den Einheimischen auch kurz "KW" genannt, gilt als Wiege des deutschen Rundfunks. Heute kann man die Geschichte vom Radio im Funktechnikmuseum erleben. Neben diesen und anderen Sehenswürdigkeiten, ist auch die Besichtigung vom Schloß eine Empfehlung.

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(c) Karte: CC-BY-SA OpenStreetMap.org contributors


Geschichte

Die wichtigsten Orte lagen im Mittelalter am Rande der einzelnen Landesteile und schützten die Übergänge. Burgen und feste Söller wurden zu ihrem Schutz errichtet, in deren Frieden wiederum mehr oder weniger ausgedehnte Niederlassungen entstanden. Auch „Wusterhuse slavia“ war eine derartige Stätte und, wie der Name sagt, eine slawische Siedelung; vielleicht ein Rundwall, auf dem sich im Zeitalter der askanischen Kolonisation – im 13. Jahrhundert. Ein deutscher Ritter festsetzte, um den Teltow gegen die Lausitz verteidigen zu können.

Um 1400 finden wir die Herren von Schlieben als Burgherren, die wie viele vom Adel, auf eigene Faust im Lande regierten, bis der erste Zoller das Regiment in seine Hand nahm. Bald nach 1473 kam Wendischwusterhausen an die Landsberger Schenken auf Schloss Teupitz, in deren Besitz es bis nach dem Dreißigjährigen Kriege verblieb.

Nachdem das Schloss von 1652 – 1682 verschiedene Eigentümer hatte, erwarb des im letztgenannten Jahre der nachmalige König Friedrich I. und schenkte es mit ausgedehnten Ländereien seinem Sohn Friedrich Wilhelm I., dem späteren „Soldatenkönig“. Unter seiner Regierung entfaltete sich das nunmehr „Königs“- Wusterhausen genannte Schloss zu voller Blüte, nachdem es 1717 einer durchgreifenden Erneuerung unterzogen worden war; nur der Treppenturm und einige Umfassungsmauern blieben von der alten Schliebenburg erhalten. Die Zeit der Tabakskollegien, der Jagden, Sauhatzen und Reiherbeizen leben noch heute im Volksmunde und werden durch viele Erinnerungen im Innern des altersgrauen , efeubewachsenen Baues wach gehalten.

Von 1716 – 1737 war Friedrich Wilhelm fortgesetzt bestrebt, seine Herrschaft Wusterhausen nach Möglichkeit zu vergrößern, die schließlich von Waltersdorf bis Teupitz und Halbe, von Großmachnow bis zur Dahme reichte. Friedrich II. und sein Brudersohn Friedrich Wilhelm II. hatten andere Sorgen und andere Interessen. Erst Friedrich Wilhelm IV. erinnerte sich Mitte der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts des Jagdschlosses und befahl, seine Erneuerung, die jedoch erst unter Wilhelm I. beendet wurde.

Neues Leben zog 1863 ein, doch mit ihm verfeinertes Leben und andere Sitten; das Derbe, Ursprüngliche des alten Jagdherrn war für immer abgetan. Wohl wurden – wie einst - ausgedehnte Jagden veranstaltet, bei denen aber nicht mehr der Mannesmut und die Körperkraft als höchstes Ziel galt, wie zur Zeit Friedrich Wilhelms I.

Der Ort Königswusterhausen hat nie eine besondere Rolle im Laufe der Jahrhunderte gespielt, denn alles Licht, das der Name verbreitete, ging vom Schlosse aus. Erst von 1866 ab, als die Eisenbahnverbindung mit Berlin hergestellt war, die landschaftliche Umgebung mit seinen mannigfachen Reizen in Berlin bekannter wurden, setzte eine durchgreifende Veränderung und ein schneller Aufstieg der Gemeinde ein. Jetzt ist Königswusterhausen und sein Deutschlandsender mit der „ Welle Dreizehnhundert“ weltbekannt.

Einwohnerzahl 1925: 2645 männl. 2627 weibl.

Quelle: Adressbuch Teltow 1927