Kleinbeeren

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Wie bei Wikipedia kann man mit seinem Wissen dazu beitragen und die Geschichte von Kleinbeeren ergänzen, sowie schöne Radtouren der Gegend einstellen.


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(c) Karte: CC-BY-SA OpenStreetMap.org contributors


Am Lilo – Bach, gegenüber dem langgestreckten Dorfe Großbeeren, konnte 1912 eine germanische Siedlung aufgedeckt werden und durch systematische Durchforschung der Beweis erbracht werden, dass unsere Vorfahren bald nach Beginn unserer Zeitrechnung hier einen dorfähnlichen Sitz hatten. Ihre Toten bestatteten die „ Ur Beerener „ auf einer leichten Bodenerhebung an der Diedersdorfer Chaussee.

Wesentlich älter ist eine Ansiedelung am Rande des Luches in der Nähe der Diedersdorfer Grenze, wo Schlacken, Lehmbewurf und Gefäßscherben der sogenannte Lausitzer Kultur zutage treten. 3000 Jahre und weiter zurück reichen Einzelfunde aus der Steinzeit, die neben vielen anderen Gegenständen der bekannte Vorgeschichtsforscher Sanitätsrat Dr. W. Hindenburg in Großbeeren besitzt.

Als eine deutsche Niederlassung müssen wir „klyn Berne“ betrachten, die im 13. Jahrhundert entstand. Zur Zeit Waldemars des Großen (1308 – 1319), des letzten askanischen Markgrafen, befand sich das Dorf im Besitz des Hofmeisters Erhardt von Beeren, dessen Vorfahren ebenfalls schon in Kleinbeeren begütert waren. Unter Jobst von Mähren, der alles zu Geld machte, gelangte “lutke Berne“ 1401 mit allen Gerechtigkeiten an die Edlen von Torgau – Zossen, doch scheinen die von Beeren – als Lehnsträger – weiterhin im Orte ansässig geblieben zu sein. Nach dem Aussterben des sächsischen Rittergeschlechts der Torgau – 1479 – trat die Familie v. Beeren in ein unmittelbares Lehnsverhältnis zu den Brandenburger Markgrafen und blieben als Besitzer des Dorfes bis zum Jahre 1802 dort begütert. Im genannten Jahre veräußerte Hans Heinrich Arnold – „der tolle Geist“ – von Beeren das Gut an Hauptmann von Bandemer, von dem es 1826 der Gutsbesitzer Mumme - erwarb; zehn Jahre später – 1836 – trat Familie Beerend in die gutsherrlichen Rechte.

Eine völlige Umwälzung der Verhältnisse trat ein, als die Stadt Berlin die Gemarkung Erwarb, um im Anschluss an die seit 1874/75 bestehenden Osdorfer Rieselfelder auch hier den Grund und Boden städtischen Diensten nutzbar zu machen. Aus älterer Zeit hat sich die Außenansicht des im frühen Barockstil erbauten Schlosses mit seinen charakteristischen Giebeln in unsere Tage gerettet, doch dient das Gebäude jetzt als Erziehungsanstalt.

Mittelalterliches Wesen zeigt die feldsteinerne Kirche, die vielleicht aus der zeit des 14.jahrhunderts stammt und im Innern einige Grabsteine der Familie von Beeren aufweist.

Einwohnerzahl 1925: 201 männl. 195 weibl. Anbaufläche : 285 ha Eisenbahnstation: Großbeeren Fernstrecke Berlin (AnhBhf) Luckenwalde – Jüterbog Postanschrift: Grosbeeren (Kr. Teltow)

Gutsbezirk Großbeeren Einwohnerzahl 1925: 57 männl. 112 weibl. Anbaufläche: 484 ha

Quelle: Adressbuch Teltow 1927