Ragow

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Geschichte

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(c) Karte: CC-BY-SA OpenStreetMap.org contributors


Ragow

Ragow, dessen Kern auf einen Geschiebelehm – Halbinsel am Rande der Notteniederung liegt, darf nicht als das ursprüngliche Dorf angesehen werden. Im 13. Jahrhundert ist es von deutschen Kolonisten angelegt worden, und zwar in einiger Entfernung vom urkundliche nachgewiesenen älteren „ Wendisch – Ragow“, dem Sitz der Slawen. Dass auch vor dem Einwandern der Wenden in unser Kreisgebiet die Gegend um Ragow nicht von der Kultur abgeschlossen war, beweisen zahlreiche vorslawische Funde, worunter ein Trinkhornbeschlag an die Trinkfestigkeit unserer germanischen Vorfahren erinnert.

In unmittelbarer Nähe muss auch ein anders Dorf – Wirksdorf – gelegen haben, dessen Ländereien nach dem Wüstwerden des Dorfes mit der Ragower Feldmark vereinigt worden sind, woraus sich die außergewöhnlich große Hufenzahl erklären lässt; umfasste doch die Gemarkung nicht weiniger als 86 Hufen Ackerland.

Ragow selbst wurde frühzeitig Kämmereigut der Stadt Mittenwalde und zählte um 1450, 52 Hüfner, so dass die Vergrößerung erst nach dieser Zeit erfolgt sein kann. 1624 waren 14 Bauern und 17 Kossätenhöfe vorhanden, ferner der Müller, Schmied, Hirte und „ 2 Paar Hausleute „ ansässig. 1652 – nach dem Dreißigjährigen Kriege – stellte der Landreiter 44 Erwachsene männliche Einwohner fest, von denen freilich nur 4 Bauern und 4 Kossäten die schwere Zeit überdauert hatten; die anderen waren aus der näheren und weiteren Umgebung zugezogen und hatten die wüste Hofstellen neu besetzt.

Der gute Boden wird die Veranlassung gegeben haben, dass Neusiedler so schnell zur Stelle waren, denn die Fruchtbarkeit der Äcker war weithin bekannt. Die einstmals engen Beziehungen zur Stadt Mittenwalde lösten sich im Laufe des 19. Jahrhunderts mehr und mehr, wie auch der in Ragow betriebene Flachsbau immer weiter zurückging. Dir Kirche, deren älteste Teile noch auf das Entstehen im Mittelalter zurückweisen, ist um das Jahr 1700 neu erbaut worden und hat um die Jahrhundertwende unserer Zeit einen Backsteinturm erhalten, der weithin Feld und Wiesen überragt.

Einwohnerzahl 1925: 304 männl. 329 weibl.

Quelle: Adressbuch Teltow 1927