Rotberg

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Geschichte

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(c) Karte: CC-BY-SA OpenStreetMap.org contributors


Rotberg (Rotzis)

Der Name erinnert, wie viele Orte im Teltow, durch seine slawische Grundform an eine wendische Niederlassung, die sicher zur Zeit der Besetzung des ganzen Gebietes durch deutsche Kolonisten im 13. Jahrhundert noch bestanden hat. 40 Hufen wurden den Siedler zur Bewirtschaftung zugewiesen. 1316 finden wir das Dorf erstmalig erwähnt, und zwar wird den Bewohnern gestattet, das Luch durch einen Graben zu entwässern. Schon von 1355 an sind Einflüsse Berlin – Cöllner Patrizier bekannt, die hier in Rotzis Einkünfte besaßen. Erst ist es Henning, 1375 Peter Blankenfelde, Tylow Glaze (Glasgow) und Klaus Bartolomäus; die Gerichtsbarkeit und anderer Rechte standen den Tylow und von Sticken zu, von denen in der Folgezeit aber nichts mehr erwähnt wird, da Kurfürst Friedrich II. den aufsässigen Bürgern (1488) stark die Flügel beschnitten und ihre Güter konfisziert hatte. 1450 wird es als Eigentum des „ Herrn Marggrafen“ genannt.

1454 besitzt der Küchenmeister und „ Finanzminister“ Ulrich Zeuschel viele Einkünfte aus dem Dorfe, und 1472 finden wir den Cöllner Bürger Berckholz und die Wilmersdorf in „ Rotzschidcz“ mit Lehen ausgestattet.1620 wird der Amtshauptmann von d. Gröben mit dem Dorf belehnt, der, wie die ebenfalls ansässigen Rochows, die ganze Schwere des Dreißigjährigen Krieges miterleben mussten. Der Rochowsche Anteil ging um 1670 an die Familie von Appell und 1724 der ganze Ort als Pfand in den Besitz des Gottfried Emanuel von Einsiedel über, von dem es Friedrich Wilhelm I. zwecks Vergrößerung seiner Herrschaft Wusterhausen ankaufte.

Bis in die Franzosenzeit hineinverblieb „ Rotzig“ als Amt der Herrschaft, um dann, weil die Finanznot Preußens durchgreifende Maßnahmen erforderten, gleich vielen anderen Domänen aufgelöst und verkauft zu werden.

Die aus dem Mittelalter stammende Granitkirche ist im vorigen Jahrhundert in moderner Form ausgebaut und verändert worden, so dass vom Ursprünglichen nur noch wenig auf jene ferne Zeit zurückweist, in der germanische Kolonisten ihren ursprünglich besessenen Grund und Boden den Wenden wieder abnahmen und deutsche Kultur an Stelle der slawischen einführten.

Einwohnerzahl 1925: 100 männl. 96 weibl.

Quelle: Adressbuch Teltow 1927