Selchow

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Geschichte

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(c) Karte: CC-BY-SA OpenStreetMap.org contributors


Selchow

Hart an der Grenze zwischen Geschiebemergel und Wiesengelände gelegen einer leichte Bodenwelle angeschmiegt, führt die Dorfstraße entlang. Trotzig blickt die in ihren ältesten teilen aus der askanischen Kolonialisierung des 13. Jahrhunderts stammende wehrhafte Kirche mit ihren breiten, sattelartigen Turm hernieder. Das Innere hat in dem formenreichen barockenen Kanzelaltar von 1718 einen besonderen Schmuck.

1375 wird im Landbuch Kaiser Karls IV. berichtet, dass das Dorf mit 57 Hufen ausgestattet wurde, deren Abgaben aber in 9 verschiedene Hände gelangten; außerdem standen auch dem Schloss „ Wusterhausen“ Geldzahlungen, Dienste und Naturalienleistungen zu.

Im Jahre 1430 zeigen sich vollständig umgewandelt Verhältnisse. Der Cöllner Bürger Benedikt Birckholtz bezog um die Zeit den größten Teil der Einkünfte allein. 1440 stand der Frau des Berliner Patrizier Krewitz die Nutznießung an Renten und Zinsen aus Selchow zu. 1473 befand sich Hans Krewitz im Besitz beträchtlicher Verschreibungen, bis wir 1474 erfahren, dass die von Liepe mit den gesamten Diensten belehnt wurden; daneben standen freilich noch die Berliner Stobants und Hoppenrades im Genuss einiger Einkünfte.

Die drei Gutsanteile wechselten in der Folgezeit häufig ihre Besitzer, von denen wohl die von Bardeleben den größten Einfluss ausübten, 1624 einen großen Teil des Hufenlandes aufgesogen hatten und sich lange über den Dreißigjährigen Krieg hinaus, bis 1740, behaupteten. Den Bauern und Kossäten war es in dieser Zeit schlecht ergangen; Kaspar Mittelstrass war der einzige überlebende Bauer und von den Kossäten hatten sich auch nur 2 auf ihren Höfen halten können.

Von dem von Bardeleben erwarb Friedrich Wilhelm I. das Gut und fügte es seiner Herrschaft Wusterhausen an. Zur Zeit der Franzosenherrschaft vor den Befreiungskriegen, als Preußen am Rande des Unterganges war, neben vielen andern Gütern auch Selchow veräußert werden musste, kam das Gelände 1811 an den ehemaligen Erbpächter Friedrich Schneider; 1890 erwarb die im Teltow bekannte Familie Neuhauß das prächtige Gut.

Einwohnerzahl 1925:124 männl. 150 weibl.

Quelle: Adressbuch Teltow 1927