Sperenberg

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Geschichte

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(c) Karte: CC-BY-SA OpenStreetMap.org contributors


Sperenberg

Spuren von Wohngruben, deren Bewohner vor mehr als 5000 Jahren darin hausten, sind vor einer Reihe von Jahren zwischen dem Krummen See und Neuendorfer See aufgedeckt worden, Schmuckstücke und Gefäßreste unserer germanischen Vorfahren gab die nähere Umgebung des Dorfes her, wie auch frühmittelalterliche Scherben, die aus der Nähe der Gipsbrüche stammen, auf die Zeit des Wieder – deutsch - werdens unserer Heimat hindeuten.

Weit zurück weichen also die vorgeschichtlichen Urkunden, noch weiter aber weisen die Zeichen zurück, die uns Mutter Erde in ihren Tagebuchblättern erhalten hat. Das Gipsgebirge, dem die Sperenberger einen gut Teil Erwerb und Brot verdankten, ist vor Jahrmillionen entstanden, geboren in einem salzigen Zechsteinmeer zu einer Zeit, da gewaltige Gebirge in Mitteldeutschland aufragten, von denen die jetzigen nur noch kümmerlichen Reste darstellen. Unter dem Gips, der nur wie ein Hut auf einen über 1271 Meterhohen Salzpfropfen sitzt, lagert das Steinsalz als Rückstand des verdunsteten Meeres aus fernen Urwelttagen.

Erst am Ende des 15. Jahrhunderts setzen die geschichtlichen Nachrichten ein, und zwar mit dem Hinweis, dass die Kirche der Propstei Zossen, und dadurch dem Bistum Meißen unterstand. 1545 wird die Größe der Feldmark auf 25 Hufen angegeben, die der Lehnschulze und 11 Hüfner bewirtschaften. Sie, wie auch 7 Kossäten, hatten außerdem beim kurfürstlichen Amtmann in Zossen zu leisten.

In großen Sprüngen eilt die Geschichte weiter. Im Dreißigjährigen Kriege fiel fast das ganze Dorf der Zerstörung anheim, so dass 1652 erst drei Höfe wieder besetzt waren von fremden Bauern; denn der alte Stamm war ausgestorben der geflohen. Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts setzte neues, pulsierendes Leben in, das sich durch den Abbau des Gipsberges ständig steigerte. Bereits zur Zeit des Kurfürsten Joachim II., um 1350, wurde Gips in Sperenberg gebrochen und der Bruchbetrieb unter dem Großen Kurfürsten weiter ausgedehnt. Die unter dem ersten Preußenkönig entfaltet Pracht stellte erhebliche Anforderungen an das zu Stuck verarbeitete Gestein, wie auch in späteren Zeiten die Nachfrage derartig stieg, dass man in Berlin und in Königswusterhausen Gipsmagazine anlegte. Neben dem vom Fiskus betriebenen Bruch bestanden zahlreiche kleine Betrieb, die um 1900 von den Berliner Gipswerken L. Mundt vorm. H. Kühne vereinigt und nun großzügig zur Nutzung und Verwertung ausgebaut wurden.

Seit den 70 er Jahren des vorigen Jahrhunderts , als der preußische Statt ein 1271 Meter tiefes Bohrloch stoßen ließ, quillt eine 3 prozentige Sole aus dem Erdinneren, die in den Krummen See floss. Hierdurch versalzte dieser vollständig, so dass alle Fische einschließlich der Aale abwanderten. Durch die Tieferlegung der Bruchsohle wurde eine Senkung des Grundwasserspiegels herbeigeführt, die die Anlegung eines besondern Wasserwerkes erforderlich machte.

Im Herbst 1924 musste jedoch der Tiefbau aufgegeben werden, der nun mit seinem grünlichen erscheinenden Wasser einem Gebirgssee gleicht, aus dem die 10 bis 20 Meter hohen Felswände aufragen. Seit Oktober 1926 ist der Betrieb eingestellt und die Fabrik stillgelegt.

Die 1346 erwähnte Kirche ging jedenfalls in den Wirren des Großen Krieges ein; an deren Stelle wurde um 1668 eine neue aus Fachwerk erbaut. Die jetzige stammt aus der zeit Friedrichs des Großen, der sie 1752/53 auf eigene Kosten errichten ließ.

Des Tages soll noch gedacht werden, an dem Major v. Hellwig mit seinen tapferen Jägern und Husaren am 25. August 1813 die französische Nachhut schlug und der sächsischen Grenze zudränget; ein mächtiger Findlingsblock erinnert an dieses Gefecht im Dorfe.

Und ein Name darf nicht unerwähnt bleiben, der mit Sperenberg in enger Berührung steht; Bartholomäus Krüger. Hier geboren, später Stadtschreiber und Organist in Trebbin, verfasste er das Drama „ Vom Anfang und Ende der Welt“ und das Spiel von den bäuerlichen Richter; mit „ Hans Clauert“ aber, dem märkischen Eulenspiegel, brachte er die Lacher auf seine Seite.

Wanderweg rund um die Gibsberge von Sperenberg.

Einwohnerzahl 1925: 733 männl. 697 weibl. Anbaufläche : 784 ha

Quelle: Adressbuch Teltow 1927