Trebbin

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(c) Karte: CC-BY-SA OpenStreetMap.org contributors


Wer von Kliestow aus nach Trebbin strebt, dem fällt unmittelbar bei den ersten Häusern linker Hand ein Garten auf, aus dessen gutem Baumbestand unter anderem einige mächtige Rottanne ihr dunkelgrünes Nadelkleid zur Schau stellen. Dieser Garten birgt einen unscheinbaren Hügel mit einem feldsteinernen Tonnengewölbe; es ist die Burgstelle. An diesem Orte stand im frühen Mittelalter „ ein festes Haus“ durch Wassergräben und Wälle gesichert, das den Übergang vom Lande Jüterbog zum Teltow decken und sichern sollte, denn bald hinter Neuendorf (heute Wiesenhagen) war die Grenze, begann das „Ausland“. Vielbegehrt, viel umstritten blieb die Burg, denn die Magdeburger Bischöfe, die Brandenburger Domherren und die Askanier begehrten diesen Stützpunkt und wollten ihn nicht missen.

Um die Mitte des 13. Jahrhunderts mussten sich die Brandenburgischen Markgrafen in den Besitz Trebbins zu setzen und es galt fortan als wichtige Grenzfeste eingedeutschten Teltows. Ein landsherrlicher Vogt nahm für die Burg und die umliegenden Dörfer die Rechte des Markgrafen wahr. Durch Verpfändung, Tausch und Verkauf ging die Burg und mit ihr das „kleine Stetichen“ durch verschiedene Hände.

1400 finden wir Trebbin wieder im Besitz des Landesherren, es muss aber bald darauf wiederum verpfändet worden sein, und zwar an Hans von Torgau. Dieser gab die Burg an den Ritter von Maltiz weiter, von dem sie der Burggraf von Hohnzollern in den ersten Tagen des Jahres 1412 zurückforderte, da Maltiz sich zum Anhang der Quitzows und seiner Genossen rechnete. Diplomatische Verhandlungen waren erfolglos; das Schwert musste entscheiden.

Um die Osterzeit 1413 fiel nach zweijähriger Belagerung das Schloß in die Hände des Burggrafen, der nun einen seiner fränkischen Ritter, Paul Mürring, Trebbin übergab. Als willkommenes Pfandobjekt sah der Ort den ersten Hohenzollern viele Herren, denn als militärischer wichtiger Punkt kam die Burg kaum noch in Frage.

Erst vierhundert Jahre später, als es galt, den französischen Vormarsch auf Berlin zu erschweren, spielten sich an dem alten Übergange hartnäckige Kämpfe ab. Die Heeresmassen des Marschalls Qudiont konnten zwar nicht aufgehalten werden, aber es war ein Auftakt zum großen Siege in Großbeeren. In den Augusttagen des Jahres 1813 fielen auch die letzten Überreste der Burg.

Die Stadt Trebbin hat von jeher eine untergeordnete Bedeutung besessen; war sie doch nur in Anhängsel des Schlosses, dem die Besitzer vielleicht Wohlwollen entgegenbrachten, am Wohl und Wehe der Bürger aber kaum tieferes Interesse hatten.

Die Stadt besaß Marktrecht und Gerichtsbarkeit, hat aber nie Graben, Wall und Mauer besessen und war daher von feindlichen Scharen leicht zu überwinden. Im Dreißigjährigen Kriege hatte es fortgesetzt Plünderungen zu erleiden, 1637 wurden 106 Häuser und 60 Scheunen eine Raub der Flammen, auch der Siebenjährige Krieg forderte viel Gut und Blut.

Von alten Baulichkeiten ist die St. Annekapelle zu erwähnen, die alle wilden Zeitläufe überdauerte und malerisch zwischen Fliederbüschen unter alten Bäumen gebettet liegt. Aus der Zeit des Großen Friedrich stammt die Barockkanzel der Kirche und vielleicht das eine oder andere der schlichten Fachwerkhäuser.

Seit 1840 ist Trebbin dem Eisenbahnnetz angeschlossen; Chausseeverbindung hat es aber erst in den Jahre 1880/81 erhalten; ein Zeichen, wie weltabgeschieden das heutige aufstrebende Städtchen bis vor vier Jahren war.

Einwohnerzahl 1925
1725 männl.
1791 weibl

Quelle