Waltersdorf/Berlin

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Geschichte --- Routen & Tipps

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(c) Karte: CC-BY-SA OpenStreetMap.org contributors


Mehr als 4000 Jahre zurück reichen die Spuren, die die ersten Siedler auf unserer Gemarkung in Form von Gefäßscherben und Werkzeugen zurückgelassen haben. Diese Steinzeitmenschen stellten vielleicht schon einen einfachen Knüppeldamm über das Niederungsgebiet nach Schulzendorf her, von dem geringe Reste beobachtet wurden und bauten am höher gelegenen Uferrande Hütten.

Dass unsere germanischen Vorfahren sich ebenfalls hier niedergelassen haben, bewiesen andere Funde. Breit klafft die Lücke in der Forschung, die uns mit den geschichtlichen Nachrichten verbinden soll, denn erst als deutsche Kolonisten sich hier im 13. Jahrhundert ansässige machten, finden wir neue Beweise; diesmal ist es die Kirche mit ihrem mächtigen Wehrturm und den sorgfältig behauenen Granitquadern. Die erste ausführliche Nachricht über „Woltersdorff“ gibt das Landbuch Kaiser Karls IV. vom Jahre 1375. Danach waren 70 Hufen Acker vorhanden und neben den Bauern 13 Kossäten ansässig; auch eine Mühle und ein Krug werden genannt.

Als Herren im Orte kann man die von Liepe bezeichnen, doch bezogen die Berlin –Cöllner Patrizier Honow, Bever und Goltz und der in Altglienicke ansässige Berktzow beträchtliche Abgaben von den Einwohnern. Die Herren von Liepe, die einst ein reichbegütertes Geschlecht im Teltow waren, müssen in der Folgezeit ihren Grund und Boden beträchtlich vergrößert haben, denn 1480 werden sie als Besitzer von 14 Hufen genannt.

In der Mitte des 16. Jahrhunderts machten sich die von Thümen ansässig, die 1571 sämtliche Gerechtsame im Dorfe besaßen und sie über den Großen Krieg hinaus behielten. 1624 hatten sie 15 steuerfreie Hufen inne, und die vorhandenen 15 Hüfner bestellten insgesamt 57 Hufen; 5 Kossäten werden ebenfalls genannt. Von den „bürtigen“ Bauern überlebte nur 3 die Not des Dreißigjährigen Krieges, und die Kossäten starben oder wanderten alle aus, so dass die ledigen Hofstellen durch Auswärtige neu besetzt werden mussten.

Um 1675 ging der von Thümensche Besitz an die von Beeren über, von denen es 1700 der nachmalige König Friedrich I. erwarb und es dem Grafen von Wartenberg schenkte. Nach dem Sturz und der Verbannung dieses ungetreuen Beraters zog Kurfürst Friedrich III. das Gut ein, legte es zum Amte Cöpenick und schenkte es 1719 dem Kronprinzen, der es 1736 mit der Herrschaft Königswusterhausen vereinigte. Um 1810 ging ein großer Teil dieser Herrschaft in Privatbesitz über, doch verblieb die Domäne beim Hausfideikommiss. Außer dem eigenartigen Gutshause, das klassische Formen des ausklingenden 18. Jahrhunderts zeigt , ist die schon genannte Kirche besonders beachtenswert und als eines der schönsten Baudenkmäler frühmittelalterliche Baukunst zu bezeichne. Auch im Innern birgt sie beachtenswerte Erinnerungen an Mitglieder früherer Gutsherrschaft.

Einwohnerzahl 1925: 287 männl. 281 weibl.

Quelle: Adressbuch Teltow 1927