Akademisches Kunstmuseum

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Das Akademische Kunstmuseum ist das älteste Bonner Museum. Es beherbergt die Antikensammlung der Universität Bonn mit über 500 Abgüssen antiker Statuen und Reliefs und über 2000 Originalen. Es befindet sich in einem klassizistischen Bau am südlichen Ende des Hofgartens direkt gegenüber dem Kurfürstlichen Schloss.


Sammlung

Die Abguss-Sammlung des Akademischen Kunstmuseums ist inzwischen eine der weltweit größten ihrer Art geworden, und die Original-Sammlung stellt die größte Sammlung in Nordrhein-Westfalen dar. Neuestes repräsentatives Stück in der Sammlung ist eine minoische Larnax im Meeresstil.


Gebäude

Das Gebäude, das heute das Akademische Kunstmuseum beheimatet, geht auf das 1823–30 entstandene, von dem Bonner Universitätsarchitekten Hermann Friedrich Waesemann entworfene Gebäude des anatomischen Instituts der Universität zurück. Es weist auf den Bau der Anatomie (Anatomisches Theater) der Berliner Tierarzneischule von Carl Gotthard Langhans zurück, wurde allerdings von Karl Friedrich Schinkel maßgeblich überarbeitet. An den in dieser Zeit entstandenen Demonstrationssaal, die Rotunde, waren zwei Seitengebäude zu Anschauungs- und Vorbereitungszwecken angebaut. Der Komplex wurden bis 1872 von der medizinischen Fakultät genutzt.

Baulicher Zustand und vorhandene Fläche entsprechen nicht der Bedeutung der Sammlung, die Exponate befinden sich in den Räumlichkeiten dicht gedrängt. Ein Förderverein versucht, die für Sanierung und Ausbau verfügbaren Mittel zu ergänzen. Auch mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnten bis 2006 Erneuerungsarbeiten an den Fußböden durchgeführt werden. Das Gebäude der ehemaligen Anatomie steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz. 2012 wurden weitere Schäden an der Außenfassade und vor allem am Dachstuhl entdeckt; das Ende der Renovierungsarbeiten soll Ende 2014 erfolgen.


Geschichte - Gründung

Die Planung für das Akademische Kunstmuseum begann bereits 1815 in Vorbereitung der Gründung der Preußischen Rhein-Universität, der späteren Universität Bonn, im Jahr 1818. Friedrich Gottlieb Welcker wurde 1819 zum ersten Leiter der Antikensammlung und Professor für Klassische Archäologie berufen. Sie befand sich im Hauptgebäude der Universität, dem Kurfürstlichen Schloss sowie der auch dort untergebrachten Universitätsbibliothek.

Die ersten Exponate kamen 1820 aus Paris, darunter wahrscheinlich von französischen Truppen requirierte Stücke, über deren Rückgabe Preußen verhandelte. 1827 umfasste die Sammlung nach Angabe des ersten Kataloges bereits 189 Nummern.

Welcker erweiterte die Sammlung erheblich, begünstigt auch durch die umfassenden Reisen in den Mittelmeerraum, die er in den 1840er Jahren durchführte. Siebzigjährig trat er 1854 von seinen Ämtern an der Universität zurück.


Entwicklung

Den Nachfolgern Welckers im 19. Jahrhundert, Friedrich Wilhelm Ritschl, Otto Jahn, Reinhard Kekulé und Georg Loeschcke, gelang es, die Antikensammlung verstärkt in das archäologische Studium und die beginnende kritische Bewertung der historischen Welt zu integrieren.

Insbesondere Reinhard Kekulé machte sich um die Erweiterung der Sammlung verdient, indem er zahlreiche Ankäufe, auch von Vasen und Terrakotten, hinzufügen konnte. Ihm gelang es auch, die ehemalige Anatomie für die Antikensammlung zu sichern und 1884 noch um ein Gebäude für die Abguss-Sammlung erweitern zu lassen, das sich im Erscheinungsbild dem klassizistischen Stil der älteren Bauten anschloss. Im Jahr 1908 wurde für das Archäologische Institut noch ein weiterer Anbau hinzugefügt.


Rückschlag und Wiederaufbau nach 1945

Nachdem 1940 Richard Delbrueck als Professor auf politischen Druck hin emeritiert wurde, die Gebäude aufgrund einer defekten Heizung nur noch im Sommer genutzt werden konnten und kriegsbedingt erhebliche Sammlungsverluste aufgetreten waren, wussten nach 1945 Ernst Langlotz und als sein Nachfolger ab 1969 Nikolaus Himmelmann unter hohem persönlichen Einsatz die Sammlung wiederaufzubauen und die Gebäude erneut ganzjährig nutzbar zu machen.



Text: Wikipedia

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