23. Internationale Eucharistischer Kongress
Der XXIII. Internationale Eucharistische Kongress fand vom 12. bis 15. September 1912 in Wien statt und war eine der größten katholischen Glaubensveranstaltungen seiner Zeit. Der Kongress wurde unter der Leitung von Kardinal Franz Nagl vorbereitet und von Kardinal Gustav Piffl durchgeführt. Die Stadt Wien wurde für vier Tage zum Zentrum der weltweiten katholischen Kirche und empfing Delegationen aus über 30 Ländern.
Die Veranstaltung wurde als „Weltfronleichnamsfest“ bezeichnet und umfasste feierliche Gottesdienste, Prozessionen, Vorträge und Begegnungen zwischen Geistlichen und Gläubigen. Höhepunkt war die große Schlussprozession durch die Wiener Innenstadt, an der Zehntausende teilnahmen. Auch Erzherzog Franz Ferdinand nahm persönlich an den Feierlichkeiten teil und unterstützte den Kongress. Der Standort der zentralen Veranstaltungen war unter anderem der Stephansdom, die Hofburg und das Messegelände am Prater. Zur Erinnerung an den Kongress wurden Festalben, Reklamemarken, Abzeichen und Ansichtskarten herausgegeben, die das Ereignis dokumentierten und heute als historische Zeugnisse gelten. Der Kongress unterstrich die Bedeutung Wiens als religiöses und kulturelles Zentrum der Habsburgermonarchie und stärkte die katholische Identität in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche.