Alt Vorwerk
Alt Vorwerk in Mecklenburg wurde erstmals 1273 urkundlich erwähnt und zählt zu den ältesten Dörfern der Region. Ursprünglich war Alt Vorwerk der Wirtschaftshof einer Burg, was typisch für die Entwicklung vieler Gutsdörfer in Mecklenburg ist. Das Gut gehörte im Mittelalter unter anderem dem Ritter Martin von Brützkow und wechselte in den folgenden Jahrhunderten mehrfach den Besitzer, darunter die Familien von Moltke und von Bassewitz.
1826 erwarb Carl von Oertzen das Gut, nach dessen Tod es durch Losentscheid an seinen jüngsten Sohn Hugo von Oertzen fiel. Zwischen 1859 und 1861 ließ Hugo von Oertzen das heutige Herrenhaus im englischen Tudorstil durch den Architekten Heinrich Gustav Thormann errichten. Die Familie von Oertzen blieb bis 1945 Eigentümer, bis das Gut im Zuge der Bodenreform enteignet wurde.
Zu DDR-Zeiten diente das Gutshaus als Wohnhaus, der Park wurde in Kleingärten aufgeteilt. Nach der Wende wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer, wurde saniert und beherbergt heute Ferienwohnungen. Alt Vorwerk ist heute ein Beispiel für die wechselvolle Geschichte mecklenburgischer Gutsdörfer und Herrenhäuser.