Arendsee (Altmark)

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Arendsee (Altmark) ist eine Stadt im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Reklamemarken und Siegelmarken

Verzeichnis der sortierten Reklamemarken und Siegelmarken mit einem Bezug zu Arendsee.

Geschichte

Herkunft des Ortsnamens

Den namensgebenden See erwähnten bereits die fränkischen Reichsannalen 822 als Arnseo. Um 1150 nannte Saxo die Ortschaft Arnsee, 1183 hieß sie Arnse und Arnes(s)e. Der erste Wortteil stammte von Arn, der Kurzform eines altsächsischen Personennamens. Dies wurde abgewandelt zu Arnd 1312, Arndt 1483, Arnt 1440 und letztlich gestreckt zu Arend 1556.[5]

Arendsee in Deutsche Sagen lag erstaunlich dicht an der namenkundlichen Erklärung, verband den Orts- mit dem Personennamen Arend und einem hiesigen See:[6][5]

„Von dem Arendsee in der Altmark wird folgendes erzählt: An der Stelle, wo jetzt der See und der Ort dieses Namens liegt, stand vor alters ein großes Schloß. Dieses ging urplötzlich unter, und nicht mehr kam davon als ein Mann und ein Weib. Wie die beiden nun fortgingen, sah sich das Weib ungefähr um und ward der schleunigen Veränderung inne. Verwundert brach sie in die Worte aus: „Arend see!“ (Arend sieh! Den jenes war ihres Mannes Name) und darum gab man nachher dem Städtlein die Benennung, das an dem See auferbaut wurde. In diesem See ragt der feinste, weiße Streusand hervor, und wann die Sonne hell scheint, soll man (wie auch beim See Brock neben den Ossenberg) noch alle Mauern und Gebäude des versunkenen Schlosses sehen. Einige haben einmal vorgehabt, das Wasser zu gründen, und ein Seil eingelassen; wie das herauszogen, fand sich ein Zettel daran mit dem Gebote: „Lasset ab von eurem Unternehmen, sonst wird eurem Orte widerfahren, was diesem geschehen ist.““

– Brüder Grimm (Hrsg.): Deutsche Sagen[6]

Die Brüder Grimm zitieren die Sage aus Johannes Praetorius Weltbeschreibung.[7]

Vom Mittelalter bis heute

Die fränkischen Reichsannalen berichteten im Jahr 822 im Zusammenhang mit dem Einbruch eines Salzstocks vom Arnseo – dem Arendsee.

1183 wurde das Kloster Arendsee gegründet, ein Benediktinerinnenkloster, das Markgraf Otto I., Sohn Albrechts des Bären, gestiftet hatte. Die ab 1185 entstandene romanische Klosterkirche ist erhalten.

Die Stadtrechte erhielt Arendsee im Jahr 1457 unter Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt Arendsee mehrfach geplündert. Im Jahr 1685 versank die Mühle des Ortes bei einem Salzstockeinbruch im See und verhalf ihm zu seiner heutigen Form. Er ist der größte Einbruchssee Norddeutschlands. 1831 brannte eine im Ort seit etwa 1381 bestehende Kapelle nieder. 1881/82 wurde die heutige Sankt-Johannes-Kirche gebaut. Der Wanderprediger gustaf nagel errichtete ab 1910 das heute nur noch in Teilen erhaltene gustaf-nagel-Areal am Ufer des Arendsees. Ab 1939 wurde das 1837/38 für die Stadtschule errichtete Haus als Rathaus Arendsee genutzt. 1942 zerstörten HJ-Marineschüler die Garten- und Tempelanlage gustaf nagels.

Zu DDR-Zeiten hatte Arendsee einen bedeutenden Tourismus aufzuweisen. Der See und seine Umgebung bildeten in Maßen einen Ersatz für den Ostseestrand. Zahlreiche Ferienwohnheime und ein Campingplatz dienten als Unterkunftsmöglichkeiten. Seit der Wende ist die Zahl der Tagesausflügler hoch geblieben, die Zahl der Übernachtungen jedoch stark gesunken. Das Kinderferienlager KiEZ Arendsee bietet seit DDR-Zeiten Ferienlagerangebote an. Errichtet und unterhalten wurde es vom VEB Schwermaschinenbau „Karl Liebknecht“ Magdeburg. Damals trug es den Namen des KPF-Vorsitzenden Maurice Thorez.

Der Ortsteil Arendsee (Altmark) hat den Status eines staatlich anerkannten Luftkurortes. Die Stadt gehörte bis zum 30. Juni 1994 zum Landkreis Osterburg.


Text: Wikipedia

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