Baruth

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Baruth/Mark ist eine Stadt im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg.

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(c) Karte: CC-BY-SA OpenStreetMap.org contributors

Reklamemarken und Siegelmarken

Verzeichnis der sortierten Reklamemarken und Siegelmarken mit einem Bezug zu Baruth.

Geschichte

12. bis 14. Jahrhundert

Eine Burg mit dazugehöriger Siedlung entstand im Zuge der Deutschen Ostsiedlung im 12. Jahrhundert. Die Siedler wählten dabei eine sandige Landzunge von 1,5 bis 2 km Breite aus, die eine sichere Durchquerung des Glogau-Baruther Urstromtals ermöglichte. Peter R. Rohrlach verweist in seinem Historischen Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde darauf, dass bislang ein Hinweis auf eine vermutete slawische Siedlung fehle. Allerdings wurde bei Grabungen im Schlossbereich rund 30 bis 40 Meter nördlich des alten Schlosses in einer Tiefe von 0,30 m bis 1,50 m eine 70 cm starke Torfschicht entdeckt. Darin wurden mehrere Häusergrundrisse aus dem 13. und 14. Jahrhundert freigelegt; hinzu kamen zahlreiche Einzelfunde. Dadurch konnte nachgewiesen werden, dass sich der Flecken beiderseits der von Süden nach Norden führenden Straße entwickelte. Es entstand eine ellipsenförmige Siedlung von rund 330 m × 200 m. Neben der Hauptstraße wurde nur eine nach Westen gebogene Längsstraße nachgewiesen; hinzu kam der Marktplatz. Der Nachweis einer Befestigung fehlt. Baruth/Mark wurde erstmals 1234 urkundlich erwähnt; frühere Nennungen in der Literatur beziehen sich mit großer Wahrscheinlichkeit auf Baruth bei Bautzen oder das Dorf Barut (heute in der polnischen Woiwodschaft Opole, siehe Liebenhain (Himmelwitz)). Das Land gehörte bis 1326 dem Erzbischof von Magdeburg, die als Haus und Stadt bezeichnete Siedlung bis 1326 den Herren von Strehla, die sie aber wohl schon vor 1326 an die von Schlieben weiterverliehen. Im Jahr 1363 erschien die terra Baruth und bereits im Jahr 1389 die Bezeichnung Stadt (oppidum), obwohl ihr das Stadtrecht erst im Jahr 1616 verliehen wurde. Baruth gelangte in den Einflussbereich der ernestinischen Herzöge von Sachsen, ehe es an die albertinische Linie unter Moritz von Sachsen gelangte.

15. Jahrhundert

Im Jahr 1420 sowie 1444 wurde erneut von einer Schloß und Stadt gesprochen. Überliefert ist auch, dass die Frau von Schlieben im Jahr 1465 ein Freihaus in der Stadt besaß. Detaillierte Angaben liegen aus dem Jahr 1474 vor: Das Verzeichnis Der Mannschaft des Landes Sachsen Einkommen führte alle Einwohner der Standesherrschaft auf. Für Baruth ergaben sich demnach Einkünfte für Balthasar von Schlieben aus nicht weiter definierten Anteilen am Zoll; er erhielt zehn Schwertschock, durfte Holz schlagen und erhielt von den Schustern und Schneidern jeweils 14 Groschen (gr). Vor den Toren der Stadt gab es zu dieser Zeit eine Schäferei mit 500 Schafen sowie einen Weinberg, aus dem er 14 gr Einkünfte erzielte. Er erhielt weiterhin zwei Malter Salz, ein Viertel Mohn, ein Viertel Hanfkorn, ein Zickel sowie 2 1⁄2 Eimer Honig. Offe und Georg von Schlieben erhielten ebenfalls Anteile aus den Zolleinkünften sowie 10 hohe Schock, acht Scheffel Korn von der Mühle, sechs Scheffel Korn von einer weiteren Mühle, vier Scheffel Korn vom Bruchmüller sowie 28 gr vom Schuster und Schneider und 4 Malter Salz. Sie waren ebenfalls an der Schäferei sowie dem Weinberg beteiligt und erhielten fünf Eimer Honig, 1⁄2 Scheffel Mohn, 1⁄2 Scheffel Hanfkorn sowie zwei Zickel. Ein weiterer Anteil lag bei Magnus und Balthasar von Schlieben. Sie erhielten Einnahmen aus dem Zoll, von einem Einwohner vier Scheffel Korn, von einem weiteren zwei Scheffel Korn sowie 42 gr vom Schuster und Schneider. Sie besaßen eine Schäferei mit 450 Schafen, einen Weinberg und erhielten acht Eimer Honig, 7 Malter 2 Scheffel Salz, ein Scheffel Roggen, 1⁄2 Scheffel Hanfkörner und vier Zickel. Im Jahr 1476 entstand ein Vorwerk im „Städtchen“. Das Leibgedinge derer von Schlieben umfasste zu dieser Zeit den Kapellenberg, den Weinberg, eine „Wiese in dem Struthgarten, den großen Hof und den Witzhof, die Lynowsche Wiese und die dortige Schaftrift“ und den bereits erwähnten freien Hof. Ein weiteres Leibgedinge bestand aus Anteilen am Zoll, den „Hopfgarten bei der Tränke und den Garten bei Lußkyß Mühle“.

16. bis 17. Jahrhundert

Im Jahr 1529 wurde von einem Flecken berichtet, in dem 69 Einwohner lebten. In der Kirche des Ortes standen ausweislich einer Visitation zahlreiche Altäre, die von der Familie von Schlieben gestiftet worden waren. Es gab einen Altar St. Erasmi, einen Altar St. Jorgen sowie einen Altar Johannes Baptiste, der der Pfarre in Kemnitz einverleibt gewesen sein soll und der Pfarre Groß Ziescht inkorporiert werden sollte. Der Pfarrer erhielt in diesem Jahr 150 Scheffel Korn, 24 Scheffel Hafer Wittenberger Maß, ein Scheffel Salz sowie ein Huhn. Die Pfarre besaß zwar keinen Acker, aber 9 Fuder Wiesenwachs sowie zwei Gärten. Er hatte das Recht Holz zu schlagen und erhielt weitere Einkünfte aus dem Fleischzehnt. Dem Küster standen 40 Scheffel Korn, 69 Brote und 1 1⁄2 Schock Eier zu. In der zweiten Hälfte des 15. oder der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstand die Stadtpfarrkirche St. Sebastian, vermutlich unter Einbeziehung des genannten Vorgängerbaus. Im Jahr 1537 erwarb das Haus Solms die Herrschaft Sonnewalde (Niederlausitz) und Pouch (bei Bitterfeld).

Die Türkensteuerveranlagung für alle Orte von 1542, in der die Abgaben aus der Reichstürkenhilfe aufgeführt wurden, ergibt für Baruth/Mark erstmals spezifizierte Angaben über Haus, Hof, Garten und Hufenbesitz sowie den Viehbesatz.

Demnach waren der Witwe von Schlieben insgesamt 45 Steuerpflichtige zugewiesen, die als „Bürger“ bezeichnet wurden.

Den Brüdern von Schlieben waren 24 Steuerpflichtige zugewiesen.

Dem Familienmitglied Veit von Schlieben waren 26 Steuerpflichtige zugewiesen.

1581/1582 verkaufte die Familie von Schlieben die Herrschaft Baruth an den Trebbiner Amtshauptmann, Hans von Buch. Kurz danach, 1595, kam es zu einem Stadtbrand, bei dem die Burg vernichtet und die Kirche schwer beschädigt wurde. Von Buch veräußerte daraufhin Baruth noch im darauffolgenden Jahr für 70.000 Gulden an den Reichsgrafen Otto zu Solms-Laubach. Er entschied sich, die Burg nicht wiederaufzubauen, sondern stattdessen ab 1598 ein Schloss bestehend aus einer mehrflügeligen Anlage zu errichten. Nach dem Tod seines Sohns im Jahr 1615 erlosch dieser Familienzweig und Baruth wurde zur eigenständigen Grafschaft Solms-Baruth unter ihrem neuen Herrscher Johann Georg II. Im Jahr 1616 erhielt Baruth/Mark das sogenannte Magdeburger Stadtrecht. Johann Georg II. war sächsischer Regimentschef und daher selten in Baruth. Als er 1632 starb, zog seine Frau Anna Maria, geborene Gräfin zu Erbach-Fürstenau mit den Kindern für eine kurze Zeit in den Ort. Nach dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges flüchtete sie jedoch 1636 ins Schloss Lichtenburg, dem Witwensitz von Hedwig von Dänemark, der Frau Christian II. 1641 kam es zu einem erneuten Brand in der Stadt, bei dem auch das Schloss zerstört wurde. Nach dem Ende des Krieges übernahm ein Sohn Anna Marias, Johann Friedrich, die Geschäfte in Baruth. Nach ihrem Tod 1663 teilten die Brüder Friedrich Sigismund I. und Johann Georg III. den Ort unter sich auf und verwalteten ihn zunächst gemeinsam. Nach 1665 wurde das Schloss als zweigeschossiger, mehrachsiger Bau mit Treppenturm auf dem Fundament des Vorgängerbaus neu errichtet. Es wurde daher auch zu einem späteren Zeitpunkt als das Alte Schloss bezeichnet. Allerdings kam es nach einem Stadtbrand im Jahr 1671 zu einem Streit, wer welche Anteile am Wiederaufbau leisten sollte. In letzter Konsequenz teilten sie Brüder den Ort 1673 unter sich auf: Die Herrschaft Baruth wurde in einen westlichen und östlichen Teil mit je sieben Dörfern aufgeteilt, ebenso erhielt jeder eine Hälfte der Stadt Baruth – ein einschneidendes Ereignis, das bis in das 19. Jahrhundert bestehen bleiben sollte. Zum Ende des 17. Jahrhunderts wurde Baruth von den Brüdern Friedrich Sigismund II. und Johann Christian I. regiert. Er heiratete 1697 Helena Constantia Gräfin Henckel von Donnersmarck, deren Enkel, Johann Christian II. wiederum im Jahr 1764 Wilhelmine Luise Gräfin zu Promnitz, geborene Gräfin zu Lippe-Biesterfeld ehelichte. Sie brachte die Herrschaft Klitschdorf aus erster Ehe in die Beziehung, die bis 1945 zu einem Wohnsitz eines Familienzweiges werden sollte. Beide setzten in Baruth einen Amtmann zur Verwaltung ein.

18. Jahrhundert

Friedrich Sigismund II. wiederum nahm einen großen Waldbrand im Jahr 1715 zum Anlass, im Jahr 1716 den Glasmachermeister Bernsdorf zu verpflichten. Er erhielt das Recht, die Baruther Glashütte zu errichten und nutzte dazu die Solms-Baruthschen Wälder zur Gewinnung von Kaliumcarbonat, aus denen er – mit Sand vermischt – Glas herstellte. Ab 1784 übernahm Friedrich Karl Leopold den Besitz, doch auch er hielt sich nicht häufig in Baruth auf. Sein Vater hatte 1763 bereits Kasel erworben; 1792 erwarb er Golzig. Auch sein Sohn, Friedrich Heinrich Ludwig, lebte zunächst in Kasel. Er heiratete 1820 Bertha Gräfin zu Solms-Baruth, die Schwester des Grafen Johann Christian Heinrich Hermann zu Solms-Baruth, der zu dieser Zeit den zweiten Anteil besaß. Er verkaufte seinen Anteil an Friedrich Heinrich Ludwig, der ein Majorat einrichtete, um eine weitere Zersplitterung der Herrschaft zu vermeiden. Damit legte er fest, dass künftig nur noch der nächste männliche Verwandte und bei gleichem Verwandtschaftsgrad der Älteste erben sollte. Friedrich Heinrich Ludwig gelang es damit, nach über 120 Jahren, die Herrschaft Baruth nicht nur zu festigen, sondern mit dem Ankauf von Kreblitz im Jahr 1838 und Golßen im Jahr 1846 auszubauen. Unter seiner Ägide kam es insbesondere durch die Baruther Glashütte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Nach dem Wiener Kongress von 1815 wurde die Stadt dem Regierungsbezirk Potsdam und damit Preußen zugeordnet. 1879 trat sein einziger Sohn Friedrich Herrmann Adolph die Nachfolge an. Er wurde 1888 von Friedrich III. in den Fürstenstand (Primogenitur) erhoben und Baruth wurde damit bis zur formellen Enteignung durch NS-Regime 1944 Fürstensitz. Aus seine Initiative hin wurde der südwestlich der Stadt gelegene Frauenberg im Jahr 1890 zu einem Park mit Erbbegräbnisstätte umgewandelt.

19. bis 21. Jahrhundert

Baruth gehörte von 1815 bis 1946 zum Landkreis Jüterbog-Luckenwalde in der preußischen Provinz Brandenburg, der 1946 in Landkreis Luckenwalde umbenannt wurde. Von 1952 bis 1993 lag Baruth im Kreis Zossen (bis 1990 im DDR-Bezirk Potsdam). Bei Ausgrabungen in den 1980er und 1990er Jahren wurde nördlich des Frauenhauses des Alten Schlosses ein Bergfried aus Feldsteinen und einem Durchmesser von 11,5 m freigelegt. Seit 2009 laufen Sanierungsarbeiten am Frauenhaus. Dabei wurden die Grundmauern des alten Palas von 1440 entdeckt. Sie stehen auf einem hölzernen Vorgängerbau, dessen Holz durch dendrochronologische Untersuchung auf die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts datiert werden konnte. Die Kirche wurde daher in den Jahren 2001 bis 2008 umfangreich saniert.



Text: Wikipedia

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