Beetzendorf

Aus veikkos-archiv
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Beetzendorf ist eine Gemeinde in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Siegelmarken

Geschichte

Mittelalter bis 20. Jahrhundert

Beetzendorf entstand mit hoher Wahrscheinlichkeit im Schutz einer im Sumpf gelegenen Burg, der Burg Beetzendorf (Becendorf). Die erste Erwähnung erfolgt nach Angaben von Beckmann um 1204,[5] wonach die Burganlage von der Familie von Kröcher pfandweise in die Hände der Familie von der Schulenburg gelangte. Seit 1340 ist die Burg im Besitz des Geschlechts derer von der Schulenburg, nachdem sie ihren Stammsitz, die Schulenburg bei Stappenbeck nahe Salzwedel verlassen hatten. Beetzendorf wurde in den folgenden Jahrhunderten zum Familienhauptsitz des Geschlechts. Die Besitzungen hier und in Apenburg waren ihre Stammgüter, die den Kern ihrer Grundherrschaft bis ins 19. Jahrhundert sicherten. Lange Phasen gab es im Ort die Besitzungen und Gutsbezirke Beetzendorf I und Beetzendorf II.[6] Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Werner von der Schulenburg Besitzer auf Beetzendorff II. Ab 1913 folgte der Sohn, Oberleutnant Hans-Joachim von der Schulenburg. Er begann seine Karriere auf der Ritterakademie Brandenburg und erlernte Land- und Forstwirtschaft,[7] war Gutsbesitzer von Beetzendorff II, bezeichnet als Lieberoser Hof, mit 477 ha. Beetzendorf I, auch Großer Hof genannt, mit Vorwerk Klein-Wohlgemuth, zusammen 542 ha[8] leitete Adolf Friedrich von der Schulenburg, königlich preußischer Oberförster. Diese beiden von der Schulenburg-Beetzendorf-Güter waren 1922 verpachtet. Des Weiteren gab es als Begüterung derer von der Schulenburg den Apenburger Hof.

Bis um 1600 erhielt die Burg Beetzendorf einen festungsartigen Ausbau mit Wassergräben. Die Burganlage wertete das Geschlecht auf, das von da an als schlossgesessen, zur oberen Stufe des altmärkischen Adels gehörte. Im 17. Jahrhundert siedelten sich die Mitglieder der adligen Familie im Dorf Beetzendorf und der Umgebung an, sodass die Befestigungsanlagen nutzlos wurden. Im Dreißigjährigen Krieg war die Burg nicht mehr verteidigungsfähig. Die letzte Kanone wurde 1642 verkauft; 1780 wurden weitere Teile der Burganlage abgerissen. Heute sind von der Burg nur noch Ruinen übrig, die im Hochwald des Beetzendorfer Parkes liegen. Es handelt sich um das nördliche Burgtor, das im 19. Jahrhundert rekonstruiert und an das im 20. Jahrhundert eine Freilichtbühne angebaut wurde. Unweit davon befindet sich der etwa 20 Meter hohe Bergfried aus rotem Backstein. Am Rande des Parks wurde eine Sumpfzypressenallee angelegt.

Wüstung Drenik

Die Wüstung liegt etwa 1,6 Kilometer östlich des Dorfes Rohrberg[9] und 1,5 Kilometer nordwestlich von Beetzendorf im Laubwald Dränick. Johann Christoph Bekmann berichtete im 17. Jahrhundert von Überresten des Dorfes. Er schreibt „Dremik ist ein nach Bezendorf gehöriges Gehölze, in welchem ein Schloss gelegen namens Nichau.“[10]

Herkunft des Ortsnamens

Jürgen Udolph meint die Erwähnung 1316 Betzendorp[11] könnte auf die mundartliche Form von „Beke“ für „Bach“ im Sinne von „Dorf an den Bächen“ zurückgehen oder auf einen Personenanem „Baki“ oder „Bako“. Es könnte sich auch um eine Übertragung des Ortsnamens von Betzendorf bei Lüneburg handeln.[12]

Eingemeindungen

Am 30. September 1928 wurden die Hauptteile der Gutsbezirke Beetzendorf I und Beetzendorf II mit der Landgemeinde Beetzendorf vereinigt.[13] Am 20. Juli 1950 wurde Käcklitz in die Gemeinde Beetzendorf eingemeindet.[14] Am 22. März 1970 folgte Audorf.[15] Am 1. Januar 2004 wurde Gischau mit seinen Ortsteilen Klein Gischau und Groß Gischau nach Beetzendorf eingegliedert.[16] Am 1. Januar 2009 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Bandau (mit Ortsteilen Peertz und Poppau), Jeeben (mit Ortsteil Darnebeck), Hohentramm (mit Ortsteilen Siedengrieben und Stapen), Mellin und Tangeln (mit Ortsteil Neumühle) nach Beetzendorf eingemeindet.[17] Das Gemeindegebiet vergrößerte sich seit 2003 von 25,46 km² auf 97,17 km².


Text: Wikipedia

Liste der Autoren

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. Einzelheiten sind in den Nutzungsbedingungen von Wikipedia beschrieben.