Christlich sozialer Volksbund
Der Christlich-Soziale Volksbund war eine politische Bewegung, die sich aus verschiedenen protestantisch-konservativen Strömungen in der Weimarer Republik formierte und ihren Sitz in Deutschland hatte, wobei zentrale Aktivitäten vor allem in Süddeutschland stattfanden. Die Ursprünge des Volksbundes reichen zurück in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als sich Teile der antisemitischen Christlich-Sozialen Partei unter der Führung von Reinhard Mumm der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) anschlossen. Viele Mitglieder fühlten sich dort jedoch nicht mehr vertreten und gründeten auf lokaler Ebene neue Organisationen, darunter den Christlichen Volksdienst, der 1924 in Nürnberg entstand.
Im Juni 1928 bildete sich die Christlich-soziale Reichsvereinigung, die sich gegen den scharfen Rechtskurs der DNVP unter Alfred Hugenberg wandte. Aus diesen beiden Gruppen entstand 1929 der Christlich-Soziale Volksdienst (CSVD), der sich als eigenständige Partei etablierte. Der CSVD trat bei der Reichstagswahl 1930 an und erreichte 14 Mandate. Er verstand sich als Vertreter des evangelischen Bürgertums und setzte sich für eine konservative, christlich geprägte Politik ein. Der Volksbund war besonders in Württemberg und anderen süddeutschen Regionen aktiv und stützte sich auf Freikirchen wie die Brüdergemeinde Korntal.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde der CSVD wie viele andere Parteien aufgelöst. Einige seiner Mitglieder engagierten sich später in der Gründung der CDU nach dem Zweiten Weltkrieg und trugen zur Entwicklung eines christlich-demokratischen Profils bei.
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