Cunnersdorf (Dresden)

Aus veikkos-archiv
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Cunnersdorf ist ein ländlich geprägter Ortsteil von Dresden.

Siegelmarke

Geschichte

Gegründet wurde das waldhufenartige Straßenangerdorf Cunnersdorf, das mit gewannähnlichen Schmalstreifen ausgestattet war, wahrscheinlich im 12. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Deutschen Ostsiedlung; vermutlich ist es etwas jünger als seine Nachbarorte. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es 1350 als Kunradsdorf. Der Ortsname ist deutschen Ursprungs und bezieht sich auf Konrad, den Namen des örtlichen Lokators[6] (vgl. Cunnersdorf bei Bannewitz und Cunnersdorf bei Glashütte). Im Jahr 1378 wird der Ort als Kunstorf oder Conradisdorff bezeichnet. Der Ortsname entwickelte sich anschließend im 15. Jahrhundert über Kunerstorff und Conirstorff hin zu den Formen Conradsdorff und Kommerßdorff, die für 1477 verbürgt sind. Die heutige Schreibweise des Ortsteils taucht erstmals 1657 auf. Zur Unterscheidung von anderen im Königreich Sachsen gelegenen Dörfern gleichen Namens erhielt es im 19. Jahrhundert den Zusatz bei Helfenberg, der sich auf den Sitz des Grundherrn bezog.[7]

Cunnersdorf unterstand ab 1477 dem Rittergut Helfenberg, dessen Besitzer die Grundherrschaft über die Dörfer des Umlands ausübten. Die Cunnersdorfer hatten neben den Frondiensten für das Rittergut auch an die Markgrafen von Meißen den sogenannten Forsthafer zu leisten, der eine Abgabe für die Waldnutzung war. Im Jahr 1530 wurden fünf zur Fischzucht genutzte Teiche in Cunnersdorf erwähnt. Die Haupterwerbsquelle der Einwohner stellte jedoch die Landwirtschaft dar. Das Dorf liegt und lag in der Parochie sowie im Schulbezirk von Schönfeld, dem zentralen Ort des Hochlands. Da es selbst jedoch abseits der Fernstraße nach Bautzen lag, blieb es relativ unbedeutend. Es gehörte administrativ zunächst zum Castrum und später zum Amt beziehungsweise zur Amtshauptmannschaft Dresden.

Nachdem die grundherrlichen Rechte ausgelaufen waren, wurde Cunnersdorf zu einer selbstständigen Landgemeinde, deren Flur-Gesamtfläche im Jahr 1900 etwa 155 ha betrug. Seit 1865 besteht der Gasthof Cunnersdorf, der 1886 durch einen Umbau vergrößert wurde. Im Jahr 1908 bekam der Ort einen Anschluss an die damals unmittelbar östlich vorbeiführende Bahnstrecke Dürrröhrsdorf–Weißig, der bis 1951 bedient wurde. Ein wirtschaftlicher Aufschwung blieb in Cunnersdorf trotzdem aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Zuge der damals durchgeführten Bodenreform der Großgrundbesitz in Cunnersdorf an zwei Neubauern sowie sechs landarme Altbauern verteilt. Die anschließende Kollektivierung bewirkte eine Verlagerung der Produktion aus dem Ort heraus in die 1960 gegründete LPG, die sich 1971 gemeinsam mit anderen der Bühlauer LPG anschloss. Die Zahl der Pendler nach Dresden nahm derweil zu.

Am 1. Januar 1994 schloss sich Cunnersdorf mit weiteren Gemeinden seines Umlands zu Schönfeld-Weißig zusammen.[8] Durch die Auflösung des Landkreises Dresden zum 1. Januar 1996 kam es zum Landkreis Sächsische Schweiz. Exakt drei Jahre später wurde es als Teil Schönfeld-Weißigs nach Dresden eingemeindet.


Text: Wikipedia

Liste der Autoren

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. Einzelheiten sind in den Nutzungsbedingungen von Wikipedia beschrieben.