Festenberg

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Twardogóra (deutsch Festenberg) ist eine Stadt im Powiat Oleśnicki der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

Reklamemarken und Siegelmarken

Verzeichnis der sortierten Reklamemarken und Siegelmarken mit einem Bezug zu Festenberg.

Geschichte

Festenberg entstand als Marktort an einer Handelsstraße von Breslau nach Posen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Vestenberg“, als es am 1. September 1293 vom Glogauer Herzog Heinrich III. das Neumarkter Stadtrecht erhielt. Nach Herzog Heinrichs Tod gelangte es an das Herzogtum Oels, dessen erster Herzog Konrad I. war. Er übergab sein Herzogtum 1329 als ein Lehen an die Krone Böhmen, was 1335 mit dem Vertrag von Trentschin bestätigt wurde. Nachdem die Stadt während der Hussitenkriege (1432–1434) in Mitleidenschaft gezogen wurde, errichteten die Bewohner gegen Ende des 15. Jahrhunderts einen Verteidigungsbau, der die Stadt vor weiteren Zerstörungen bewahren sollte und 100 Jahre später durch eine Burg ersetzt wurde. 1495 gelangte Festenberg zusammen mit dem Herzogtum Oels an Herzog Heinrich d. Ä., der dem Münsterberger Zweig der Herren von Podiebrad entstammte.

Nach dem Tod des Herzogs Karl Friedrich I. 1647 gelangte Festenberg zusammen mit dem Herzogtum Oels 1649 an Herzog Silvius I. Nimrod, der dem Haus Württemberg-Weiltingen entstammte. Eleonore, die Gattin Herzog Sylvius Friedrich I., erwarb sich besondere Verdienste um die weitere Entwicklung und den Ausbau Festenbergs. Mit dem Oberring ließ sie einen zweiten Marktplatz mit der evangelischen Kirche „Zum Kripplein Christi“ anlegen und die Festenberger Burg zu einem Barockschloss umgestalten, wodurch Festenberg erstmals einen städtischen Charakter annahm. Zudem wurde die Stadt für 100 Jahre von jeglichen Abgaben befreit.

Damals entwickelte sich die Tuchmacherei zum wichtigsten Erwerbszweig Festenbergs. Besonders die Festenberger Juden, die seit dem 17. Jahrhundert aus Polen geflüchtet waren und sich in der Stadt niedergelassen hatten, waren in diesem Handwerk tätig. Sie besaßen in Festenberg neben einer Schule auch einen Friedhof auf dem so genannten Judenberg, der nach dem Zweiten Weltkrieg eingeebnet wurde. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Festenberg an Preußen. 1743 wurde es von Heinrich von Reichenbach erworben, der es 1744 seiner Standesherrschaft Goschütz eingliederte. Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte die Tuchindustrie wegen Wassermangels und der Abwanderung der meisten Handwerker in die neuen großen Textilindustriegebiete, vor allem in und um Lodz, einen Niedergang.

Als Ersatz entwickelte sich die Holzverarbeitungsindustrie zum Hauptwirtschaftszweig, weshalb Festenberg später auch den volkstümlichen Beinamen „Tischlerstadt“ erhielt. Im 19. Jahrhundert weitete sich die Stadtbebauung aus, so dass zwei neue Friedhöfe der katholischen und evangelischen Gemeinde außerhalb der Stadt, anstelle der früheren innerstädtischen Friedhöfe, angelegt wurden. Mit fortschreitender wirtschaftlicher Entwicklung wurde 1901 eine Wasserleitung angelegt, 1910 wurde die Stadt elektrifiziert und 1908 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz. Ausdruck dieser Entwicklung waren auch neue Institutionen wie eine Bank, eine Druckerei, das Amtsgericht samt Gefängnis und das Rathaus am Ring, die vor dem Ersten Weltkrieg in Festenberg entstanden. Das Stadtgebiet von Festenberg vergrößerte sich 1908 und 1912 als der gesamte Gutsbezirk Alt Festenberg und 1910 die Landgemeinde Alt Festenberg (1895: 668 Einwohner) eingemeindet wurden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Festenberg am 23. Januar 1945 von der Roten Armee besetzt und fiel nach Kriegsende 1945 an Polen. Anschließend wurde es in Twardogóra umbenannt. 1945/46 wurden die deutschen Bewohner, soweit sie nicht schon vorher geflohen waren, von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Festenberg vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren zum Teil Vertriebene aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.


Text: Wikipedia

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