Fischerkietz Gröben

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Alte Fischerhütten

Nur rund vierhundert Meter hinter Gröben Richtung Nuthe folgt dieser bis 1896 selbständige Gröbener Kietz mit einer Handvoll Häusern, der noch um das Jahr 2000 auch auf dem Ortsschild als Kietz bezeichnet wurde; 2004 findet sich nur noch die Aufschrift Gröben und allein das Straßenschild Kietz weist noch auf die Besonderheit hin, dass hier einer der wenigen so genannten „echten“ Kietze erhalten ist. Der Begriff Kietz, inzwischen gewöhnlich als Kiez geschrieben, bezeichnet heute meist ein kuscheliges behagliches Altstadtquartier in Großstädten mit abgeschlossener urbaner Infrastruktur, zuvor stand der Begriff mit abwertender Intention für verkommene Stadtviertel. Die ursprüngliche Bedeutung jedoch sagte aus, dass es sich um eine Dienstsiedlung handelte, die in der Regel in der Nähe einer Burg und zumeist als Fischersiedlung an Flussübergängen lag. Diese „echten“ Kietze gibt es nur östlich der Elbe, der Begriff Kietz ist mit einiger Sicherheit slawischen Ursprungs und leitet sich von chyza = „Hütte“, „Haus“ ab.

Die jüngste Umbenennung der Kietzer Dorfstraße in Kietz erhält zwar den Namen Kietz, vernichtet aber gleichzeitig einen anderen historischen Fingerzeig, denn noch vor kurzem hieß die Straße Gatze, was dem slawischen gat entspricht und „Damm“ bedeutet. Ob schon zu slawischen Zeiten, also bis etwa 1160, eine Siedlung bestand, ist dennoch unklar, auch wenn Fontane den Kietz als „wendisches Anhängsel“ bezeichnete. Erste Erwähnung findet ein Kietz „bey Gröben gelegen“ 1497. Er soll unmittelbar neben einem alten Burgwall gelegen haben, von der ehemaligen Burg ist heute nichts mehr zu erkennen. Als gesichert gilt, dass sich ein Burgplatz rund 700 m westlich von Gröben befand. Die Karte von 1683 zeigt einen von der Alten Nuthe umflossenen Burgwall. Der direkt hinter Gröben verlaufende heutige Saugraben, vorher Gröbener Fließ, wurde Ende des 16. Jahrhunderts angelegt, um das Fließ zu regulieren. Ein lediglich vorhandener kleiner Steg reichte für Fuhrwerke nicht aus, die durch das Wasser fahren mussten, um zum Kietz zu kommen. Erst mit der Eingemeindung nach Gröben 1896 wurde Kietz nach dem Bau einer Brücke bequem erreichbar. Weiter westlich zwischen Kietz und Nuthe befindet sich die inzwischen fast verlandete Alte Nuthe, auf der seinerzeit Kähne fuhren. Heute erinnern mehrere typische Fischerhütten aus Lehm, Holz und Stroh sowie brüchige Kähne auf den Wiesen an die vergangene Fischereitradition.



Text: Wikipedia

Bild: Wikipedia/Lienhard Schulz

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