Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer

Aus veikkos-archiv
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer seit 1820; kurz „1820 die KUNST“, ist ein Emder Kunstverein, der sich der umfassenden Sammlung und Erhaltung von ostfriesischen Kunst- und Kulturgütern widmet. Die Gesellschaft wurde am 26. März 1820 gegründet und ist damit der viertälteste Kunst- und Kulturverein Deutschlands.

Reklamemarke

Geschichte

Am 26. März 1820 gründeten sechs Emder Bürger einen Kunstverein, um den sich abzeichnenden Verlust der einheimischen Kunstschätze zu verhindern.

Hintergrund war der schon länger andauernde Ausverkauf von Kulturgütern ins Ausland. In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts befanden sich in Emden und Ostfriesland bedeutende Werke der niederländischen Ölmalerei, die zunehmend das Interesse ausländischer Kunstfreunde oder Händler weckten. Viele nach den napoleonischen Kriegen verarmte ostfriesische Familien waren gezwungen, ihre Gemälde und sonstigen Kunstobjekte zu verkaufen. Die Gründungsväter der KUNST wollten den Ausverkauf der lokalen Kunst aufhalten. So wurde beschlossen, eine Sammlung von Gemälden und sonstigen Erzeugnissen der bildenden Kunst nach und nach anzuschaffen.[2]

„Mit seinen Freunden Tholen, Reimers, Loesing, Wiarda, Schuirmann hatte er [Dothias Wilhelm Suur] zwischen 1815 und 1820 zu seinem Schmerze wahrgenommen, dass nach dem Wiederaufleben des Sinnes für Ölmalerei fremde Handelsleute gute alte Gemälde aus Emden ausführten, sodass diese der Stadt verloren gingen, und der Entschluss war bei allen rege geworden, gelegentlich auch Gemälde anzukaufen.“[3]

Bereits 1823 fasste der Zusammenschluss kunstinteressierter Emder seine Ziele weiter. Der Sammelschwerpunkt wurde auf alle erhaltenswerten Objekte der ostfriesischen Kultur und Geschichte ausgeweitet. Um dem neuen Anspruch gerecht zu werden, wurde der Kunstliebhaberverein in „Emder Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer“ umbenannt. 1832/1833 erwarb der Verein in der Kirchstraße ein Gebäude, wo eine öffentliche kunst- und regionalgeschichtliche Bibliothek eingerichtet wurde.[4]

Um auch selbst die Erforschung der regionalen Geschichte aktiv zu fördern, begannen die Mitglieder ab 1870 regelmäßig wissenschaftliche, kunst- oder geschichtlich orientierte Dienstagsrunden zu veranstalten.[5] Die Ergebnisse dieser Zusammenkünfte wurden im Emder Jahrbuch veröffentlicht. Etwa zur gleichen Zeit (1869) kaufte die Gesellschaft ein Bürgerhaus in der Großen Straße in Emden. Es diente forthin zu regelmäßigen Treffen, aber auch zur Ausstellung von Kunst und historischen Objekten.[6]

Nach dem Ersten Weltkrieg stieg die Mitgliederzahl der KUNST auf den bis dato höchsten Stand von 830 Personen. In dieser Zeit wurden auch in anderen ostfriesischen Städten Kunstvereine nach Emder Vorbild gegründet, worin zum Beispiel der Heimatverein Norden seinen Ursprung findet.[4]


Text Wikipedia

Liste der Autoren

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. Einzelheiten sind in den Nutzungsbedingungen von Wikipedia beschrieben.