Gnevsdorf

Aus veikkos-archiv
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Gnevsdorf in Mecklenburg wurde erstmals 1448 urkundlich erwähnt und liegt am südlichen Rand der Mecklenburger Seenplatte. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und bedeutet „Dorf des Gnêv“. Bereits im 15. Jahrhundert zählte das Dorf 122 Einwohner und war eng mit der Kirchengeschichte verbunden: Bis 1541 war die Kirche eine Filialkirche von Gorgelin, danach wurde Gnevsdorf selbst Mutterkirchdorf, da Gorgelin wüst fiel.

Während des Dreißigjährigen Krieges blieb Gnevsdorf weitgehend verschont, wurde jedoch 1637/38 von der Pest heimgesucht, was zu großen Verlusten führte. In späteren Kriegen, wie dem Schwedisch-Polnischen Krieg und zur Zeit Napoleons, litt das Dorf unter Truppendurchzügen, Plünderungen und Zerstörungen. Vom 16. bis ins 18. Jahrhundert mussten die Bauern hohe Abgaben und Dienste leisten, was zu zahlreichen Beschwerden führte, bis 1796 eine Einigung erzielt wurde.

1841 wechselte Gnevsdorf vom Amt Plau zum Amt Lübz. 1872 erhielten die Einwohner mehr Mitspracherecht, und die Bauern wurden Eigentümer ihrer Höfe, was zu Wohlstand führte. Die heutige neugotische Kirche mit dem weithin sichtbaren Turm wurde 1895–1897 erbaut. Anfang des 20. Jahrhunderts zog der technische Fortschritt ein: Es gab elektrisches Licht ab 1923, das erste Auto 1910 und eine Freiwillige Feuerwehr ab 1924.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Dorf von der Roten Armee besetzt, es kam zu Bränden und Zerstörungen, und viele Flüchtlinge wurden aufgenommen. 1951 schlossen sich Gnevsdorf und Wangelin zu einer Gemeinde zusammen. In den 1950er und 1960er Jahren wurden die Bauern in Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) integriert.

Nach der Wende entstanden zahlreiche Projekte im touristischen, ökologischen und kulturellen Bereich, darunter das Lehmmuseum in der restaurierten Seemann-Scheune. Bis heute prägen die imposante Kirche, das Lehmmuseum und eine engagierte Dorfgemeinschaft das Bild von Gnevsdorf.

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