Gothaer Lebensversicherung
Die Gothaer Lebensversicherung geht auf die von dem Kaufmann Ernst Wilhelm Arnoldi gegründete „Lebensversicherungsbank für Deutschland“ zurück, deren Plan er am 1. Juli 1827 beim Herzog Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha einreichte und die als Versicherung auf Gegenseitigkeit „von Kaufleuten für Kaufleute“ konzipiert war. Als offizielles Gründungsdatum gilt das Schreiben des Herzogs vom 9. Juli 1827, in dem er die Errichtung dieser Lebensversicherungsbank genehmigte; 1829 nahm die Lebensversicherung in Gotha ihren praktischen Geschäftsbetrieb auf, zunächst als reine Todesfallversicherung zur Versorgung der Hinterbliebenen, bevor unter dem Generaldirektor Gustav Hopf gemischte Versicherungsformen aus Todes- und Erlebensfall entwickelt wurden, die bis weit ins 20. Jahrhundert sehr erfolgreich waren. Anfang 1902 erfolgte die Umfirmierung zur „Gothaer Lebensversicherungsbank auf Gegenseitigkeit“, die später im Rahmen des wachsenden Gothaer Konzerns zusammen mit weiteren Sparten wie Sach-, Transport- und Krankenversicherung eine zentrale Rolle innerhalb der Gothaer Versicherungsgruppe einnahm.
Der ursprüngliche Standort der Gothaer Lebensversicherung war die Stadt Gotha in Thüringen, wo sich auch die Feuerversicherungsbank befand und wo Arnoldi mit anderen Kaufleuten die ersten Bankausschüsse und Gremien aufbaute. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich der Schwerpunkt des Konzerns schrittweise nach Westdeutschland; über den Wiederaufbau in Göttingen und die Gründung sowie den Ausbau von Gesellschaften in Köln entwickelte sich Köln im Verlauf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum maßgeblichen Unternehmenssitz und Zentrum der Gothaer Versicherungsgruppe einschließlich der Lebensversicherung.
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