Grünhain

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Grünhain ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Grünhain-Beierfeld im Erzgebirgskreis.

Reklamemarken und Siegelmarken

Verzeichnis der sortierten Reklamemarken und Siegelmarken mit einem Bezug zu Grünhain.

Geschichte

Über die Erstbesiedlung von Grünhain liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Sicher ist, dass Gruninhain[2] erstmals 1231/33 urkundlich erwähnt wurde. Laut dem Mönch Conrad Feiner soll Abt Dietrich dem Ort 1285 ein Stadtsiegel verliehen haben, das drei grüne Bäume und eine Amsel in sich führte.[3] In der ersten städtischen Urkunde vom 3. Mai 1347 ist Grünhain als oppidum (Städtchen) bemimt. Anlässlich eines Zeugenverhörs zweier älterer Grünhainer Einwohner wurde zudem bezeugt, dass über 80 Jahre lang ohne Hinderung die Freiheiten des Mälzens, des Bierbrauens und -verkaufs, des Schlachtens, des Brotbackens und -verkaufens wie auch des Schusterns bestanden hätten, bevor sie um 1322 durch den örtlichen Richter – den Burggrafen von Meißen und Bürgern zu Lößnitz zum Gefallen – beschränkt worden seien.[4] Vom 16. März 1356 ist überliefert, dass Friedrich der Strenge dem „stetchin zcu Grunenhain“ die Freiheit zu brauen, zu schlachten und nach Weichbild- und Stadtrecht Waren zu kaufen und verkaufen verliehen hat.[5]

Die immense Bedeutung Grünhains für das Erzgebirge und darüber hinaus, vor allem in den drei Jahrhunderten vor der Reformation, liegt im Grünhainer Kloster begründet, das Anfang der 1230er Jahre aufgebaut wurde. Nach der Auflösung des Klosters wurde Grünhain Sitz des gleichnamigen kursächsischen Amtes, das wiederum mehr als 300 Jahre Bestand hatte.

Eine Stadtkirche, die bis 1529 durch Mönche des Klosters versorgt wurde, existierte seit der Mitte des 13. Jahrhunderts. Erst im Rahmen der Kirchenvisitationen während der Reformation wurde ein eigener Pfarrer eingesetzt.[6] Wiederholt wurde Grünhain durch Stadtbrände zerstört, unter anderem 1536, 1546, 1719 und 1807.

Nachdem im Ort die Spitzenklöppelei als Hausindustrie gepflegt worden war, ließ sich im 17. Jahrhundert der aus der Familie Körting stammende Richtersohn und gelernte Schneider Christoph Körting (* 1650) in Grünhain nieder und gründete einen Spitzenhandel, der durch seine Söhne fortgesetzt wurde und überregionale Absatzmärkte erschloss.[7]

Schon am Ausgang des 19. Jahrhunderts entstand in Grünhain ein Genesungsheim der Allgemeinen Ortskrankenkasse Chemnitz.

Mit Eröffnung der gleichnamigen Haltestelle erhielt Grünhain am 1. Mai 1900[8] Eisenbahnanschluss an der Bahnstrecke Zwönitz–Scheibenberg. Am 21. August 1947 wurde der Verkehr im Teilabschnitt Zwönitz Elterlein endgültig eingestellt, die Gleisanlagen anschließend als Reparationsleistung für die Sowjetunion abgebaut.

Nachdem sich die Stadt im Verlaufe der 1990er Jahre immer größeren Schuldenlasten ausgesetzt gesehen hatte, gab sie mit ihren 2579 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2004) zum 1. Januar 2005 ihre Eigenständigkeit auf und wurde der benachbarten Gemeinde Beierfeld in die „Stadt Grünhain-Beierfeld“ eingegliedert.


Text: Wikipedia

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