Groß Salitz
Groß Salitz im Landkreis Nordwestmecklenburg ist ein Ort mit einer langen und bedeutenden Geschichte, die eng mit dem Adelsgeschlecht derer von Lützow verbunden ist.
Der Ort wurde erstmals 1230 im Ratzeburger Zehntregister urkundlich erwähnt, als dort bereits eine Kirche existierte . Die noch heute bestehende Marienkirche, eine für Mecklenburg ungewöhnliche dreischiffige Basilika, stammt aus dem späten 13. Jahrhundert (um 1280). Zu Beginn des 14. Jahrhunderts gelangte Groß Salitz in den Besitz der Familie von Lützow, die hier bis 1945 ansässig war und das Gut sowie das Kirchenpatronat innehatte. Mehrere Mitglieder der Familie bekleideten das Amt des Hofmarschalls von Mecklenburg, des obersten Verwaltungsbeamten des fürstlichen Hofes.
Die Kirche wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgebaut, etwa 1417 um ein Mittelschiffsjoch nach Westen verlängert. Besonders bemerkenswert sind die Grabkapelle der Familie von Lützow im südlichen Seitenschiff und die zahlreichen kunsthistorischen Details, wie Zierziegel mit Reliefs und ein gotischer Eucharistieschrank.
Das Gutshaus in Groß Salitz wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtet – laut einer Quelle 1685 als erster Adelssitz Mecklenburgs nach dieser Zeit – und im 18. Jahrhundert sowie 1936 erweitert. Das Gut war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Besitz der Familie von Lützow und blieb einer der letzten großen Familiensitze derer von Lützow in Mecklenburg.
Nach 1945 wurde das Gut im Zuge der Bodenreform enteignet und aufgesiedelt. Heute erinnern das Gutshaus und die Marienkirche an die lange Geschichte und die Bedeutung der Familie von Lützow für die Region.