Gymnasium Frankfurt/Oder
Das Königliche Friedrichs-Gymnasium in Frankfurt an der Oder wurde am 1. Juli 1694 als „Friedrichsschule“ gegründet und nach dem brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III., dem späteren König Friedrich I. in Preußen, benannt. Als gelehrte Schule diente es vor allem der humanistischen Bildung, der Unterricht konzentrierte sich zunächst stark auf Latein, Religion und Musik, während Deutsch nur in der Anfangsklasse eine Rolle spielte und praktische Fächer wie Rechnen anfangs gar nicht unterrichtet wurden. Wegen finanzieller Probleme der Stadt war die Lage der Schule lange angespannt, doch blieb sie ein wichtiger Bildungsort und zog 1818 in ein neues Gebäude in der Oderstraße 1 um, weil die bisherigen Räume zu klein geworden waren. In den Bildungsreformen nach den Niederlagen Preußens gegen Napoleon wurde die Friedrichsschule zur einzigen „gelehrten Schule“ der Stadt ausgebaut, indem man ihr die oberen Klassen der städtischen Oberschule zuschlug und sie damit zum zentralen Gymnasium machte. Zu den bekanntesten Lehrern gehörte der Historiker Leopold von Ranke, der von 1818 bis 1825 an der Schule unterrichtete, bevor er an die Universität Berlin berufen wurde. 1874 ging die Trägerschaft des Friedrichs-Gymnasiums von der Stadt auf den preußischen Staat über, sodass es als Königliches Friedrichs-Gymnasium nun eine staatliche höhere Schule war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gymnasium 1945 aufgelöst, und in der DDR-Zeit nutzte man das Schulgebäude als Oberschule „Maxim Gorki“ weiter. Nach der politischen Wende wurde das Friedrichsgymnasium zunächst neu gegründet, jedoch 2008 unter Protest von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften endgültig geschlossen; heute befindet sich in dem historischen Gebäude die Grundschule Mitte.