Hans Hermann von Katte

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Hans Hermann von Katte auf Ölgemälde von Georg Lisiewski

Hans Hermann von Katte wurde am 28. Februar 1704 in Berlin geboren und entstammte dem altmärkischen Adelsgeschlecht von Katte. Sein Vater war Hans Heinrich von Katte, ein späterer preußischer Generalfeldmarschall, seine Mutter Dorothea Sophie war die Tochter des Generalfeldmarschalls Alexander Hermann von Wartensleben. Nach dem frühen Tod seiner Mutter 1707 wuchs Katte bei Verwandten in Berlin, auf dem Rittergut Wust und in den Niederlanden auf.

Er besuchte das Hallesche Pädagogium und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Königsberg und Utrecht. Eine ausgedehnte Bildungsreise führte ihn durch Europa. Obwohl er ursprünglich eine zivile Laufbahn anstrebte, trat er auf Wunsch seines Vaters und auf Druck des „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I. in das preußische Militär ein und wurde Leutnant im Kürassierregiment „Gens d’armes“.

Katte war ein enger Vertrauter und Freund des Kronprinzen Friedrich (später Friedrich der Große). Als Friedrich 1730 versuchte, aus dem strengen Regiment seines Vaters zu fliehen, unterstützte Katte ihn bei der Flucht. Der Plan wurde jedoch entdeckt, beide wurden verhaftet. Während Friedrich mit einer Arreststrafe davonkam, wurde Katte wegen Beihilfe zur Fahnenflucht und Hochverrats zum Tode verurteilt.

Trotz Fürbitten und milderer Empfehlungen des Gerichts ordnete Friedrich Wilhelm I. persönlich die Vollstreckung des Todesurteils an. Am 6. November 1730 wurde Hans Hermann von Katte in der Festung Küstrin öffentlich enthauptet – in Sichtweite des Kronprinzen, der zur Abschreckung gezwungen wurde, der Hinrichtung beizuwohnen. Nach der Hinrichtung ließ Kattes Vater die Leiche seines Sohnes nach Wust überführen, wo sie in der Familiengruft beigesetzt wurde. Zusätzlich musste der Vater die Rechnung des Henkers begleichen, was die persönliche Tragweite und Demütigung dieses Ereignisses noch verstärkte.


Von Georg Lisiewski - Friedrich Benninghoven, Helmut Börsch-Supan, Iselin Gundermann, Friedrich der Große (Berlin 1986), p. 25., Gemeinfrei