Hase

Aus veikkos-archiv
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Die Geschichte des Hasenmotivs auf Reklamemarken zeigt, wie vielseitig dieses Tier seit der Zeit um 1900 in der Werbung eingesetzt wurde und wie stark solche Marken später zum beliebten Sammelgebiet wurden.

Der Hase erschien auf Reklamemarken schon vor dem Ersten Weltkrieg, als diese kleinen, briefmarkenähnlichen Werbeträger ihren Höhepunkt hatten. Sie dienten Firmen dazu, ihre Produkte spielerisch, farbig und oft humorvoll zu bewerben, und der Hase bot sich als freundliches, bewegliches und leicht wiedererkennbares Motiv an. Neben dem klassischen Osterhasen, der für Schokolade, Süßwaren oder Eierfarben warb, tauchte er in vielen weiteren Zusammenhängen auf. So nutzten Tierzuchtvereine und Ausstellungsverbände das Hasenmotiv, um für Kaninchen- und Hasenschauen zu werben, was sich auch in zahlreichen Marken aus dem frühen 20. Jahrhundert zeigt, etwa für Vereine von Kaninchenfreunden oder belgischen Riesenzüchtern . Auch im Wintersport fand der Hase seinen Platz: St. Moritz verwendete einen Schneehasen als sympathisches Symbol, um den Wintertourismus zu bewerben, wobei die Verbindung von Tiermotiv und Landschaft eine spielerische, zugleich elegante Werbewirkung erzeugte.

Darüber hinaus gab es sogar eine „Aktienbrauerei zum Hasen“, deren Marken das Tier als Firmenzeichen nutzten und damit an die Tradition anknüpften, Brauereien mit Wappentieren zu versehen. Kurios wirkte die Werbung, wenn der Hase für Produkte warb, die mit ihm eigentlich nichts zu tun hatten – etwa für Ostergold‑Bier oder andere Genussmittel. Auch literarische Motive fanden Eingang in die Reklamemarkenwelt: Die Geschichte vom Wettlauf zwischen Hase und Igel wurde von Asbach Uralt aufgegriffen, um den langsamen, überlegenen Igel mit dem reifen, gediegenen Cognac zu verbinden und den überheblichen, aber unterlegenen Hasen zur Kontrastfigur zu machen, dass besonnene Qualität am Ende schneller „am Ziel“ ist als überstürzte Eile. Solche Marken verbanden Bekanntes aus Märchen oder Fabeln mit moderner Produktwerbung und machten die kleinen Bildchen besonders attraktiv für Sammler.

Die Zeit um 1900 bis in die 1930er Jahre war die Blüte des Sammelwesens rund um Reklamemarken. Kinder wie Erwachsene sammelten die farbigen Marken, klebten sie in Alben und tauschten sie untereinander. Der Hase gehörte dabei zu den beliebtesten Tiermotiven, was sich auch in der großen Vielfalt der im Archiv verzeichneten Marken zeigt, von Jagdszenen über Kinder mit Hasen bis hin zu humorvollen Darstellungen. Die Marken dienten nicht nur der Werbung, sondern wurden selbst zu begehrten Sammelobjekten, die heute einen Einblick in die Bildsprache, Konsumkultur und Werbeästhetik ihrer Zeit geben.

Reklamemarken