Hochschule Furtwangen
Die Hochschule Furtwangen (Hochschule Furtwangen University, kurz HFU) ist eine Hochschule des Landes Baden-Württemberg mit Standort in Furtwangen sowie zwei Außenstellen in Villingen-Schwenningen und Tuttlingen. Die HFU gehört zum Verbund Internationale Bodensee-Hochschule.
Die Hochschule im Schwarzwald bietet heute Studienprogramme in den Bereichen Gesundheitswissenschaften, Informatik, Ingenieurwissenschaften, Internationale Wirtschaft, Digitale Medien, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen an.
Geschichte
Die Hochschule Furtwangen entstand aus der ersten deutschen Uhrmacherschule in Furtwangen im Schwarzwald. Gegründet wurde die Schule im Jahr 1850 durch den Ingenieur Robert Gerwig. Das Deutsche Uhrenmuseum, die größte deutsche Uhrensammlung (von Robert Gerwig als Schausammlung gegründet), ist heute eine Abteilung der Hochschule.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Uhrmacherschule Furtwangen in zwei Zweige aufgegliedert: eine Berufliche Schule (heute Robert-Gerwig-Schule, beherbergt bis heute die Uhrmacherschule) und eine Ingenieurschule, die mit Einführung der Fachhochschulen 1971 zur Fachhochschule Furtwangen (FHF) wurde. Nachdem sich Lehre und Forschung in Furtwangen lange Zeit auf Ingenieurwissenschaften konzentrierte, wurde das Studienangebot ab den siebziger Jahren auf die Bereiche Informatik, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaft und Digitale Medien erweitert. Mit der Novellierung des Landeshochschulgesetz des Landes Baden-Württemberg wurde sie 1997 zunächst in „Hochschule für Technik und Wirtschaft“ und später in „Hochschule Furtwangen University“ umbenannt.
Campus Furtwangen
Der Campus Furtwangen ist der ursprüngliche Standort der Hochschule, wie auch dem Namen zu entnehmen ist. Von den 5.965 Studenten der Hochschule im Sommersemester 2014, studieren etwa 3.316 in Furtwangen. Vertreten sind hier die Fakultäten:
Computer & Electrical Engineering
Digitale Medien
Gesundheit, Sicherheit, Gesellschaft
Informatik
Product Engineering/ Wirtschaftsingenieurwesen
Wirtschaftsinformatik
Am Standort Furtwangen befindet sich auch das Rektorat. Ebenso ist hier der Standort des Deutschen Uhrenmuseums.
Campus VS-Schwenningen
Steigende Nachfrage führte dazu, dass 1988 in Villingen-Schwenningen eine Außenstelle eingerichtet wurde. Hier studierten im Sommersemester 2014 2.192 Studenten. Vertreten sind hier die Fakultäten:
Mechanical and Medical Engineering
Wirtschaft (Business School)
Medical and Life Sciences
Hochschulcampus Tuttlingen
Der Hochschulcampus Tuttlingen wurde zum Wintersemester 2009/10 mit der neuen Fakultät „Industrial Technologies“ mit insgesamt 121 Studenten in den drei Bachelor-Studiengängen Industrial Systems Design (ISD), Industrial Manufacturing (IMF) und Industrial MedTec (IMT) eröffnet. Zum Wintersemester 2011/2012 kommen die Studiengänge Industrial Virtual Engineering (IVE) und Industrial Materials Engineering (IME) hinzu. In der Endausbaustufe besuchen rund 800 Studierende den Hochschulcampus in Tuttlingen.
Eine Besonderheit stellt das sogenannte „Tuttlinger Modell“, also die Kooperation zwischen Hochschule, Stadt, Landkreis und Industrie dar. Die praxisnahen, kooperativen Studiengänge werden durch über 100 heimische medizintechnische Firmen unterstützt. Ein eigens errichteter Hochschulcampus Tuttlingen Förderverein e. V. hat die Schaffung des Campus beschleunigt.
Der Campus befindet sich im ehemaligen Firmenareal von Henke-Sass, Wolf, welches in den Jahren 1906 und 1954 erbaut wurde. Der Backsteinbau wurde für über 10 Millionen Euro saniert und am 8. Oktober 2009 offiziell eingeweiht. Neben der Modernisierung und einer Erweiterung des Gebäudes nach hinten wurde ein direkter Zugang zum ZOB geschaffen. Mögliche Erweiterungen sind das ehemalige Gebäude der Ludwig-Uhland-Realschule beziehungsweise direkt gegenüber ein weiterer Backsteinbau aus der Jugendstilzeit.
Das sogenannte Tuttlinger Konzept, beinhaltet die enge Kooperation mit den Wirtschaftsunternehmen, die durch Lehrbeauftragte, Vorführungen in Firmen, Praktika und die Betreuung wissenschaftlicher Arbeiten einen permanenten Praxisbezug garantieren. Rund 100 Unternehmen aus der Region sind Mitglied im Hochschul-Trägerverein und haben so Mitspracherechte bei Gestaltung und Betrieb der Lehre. Insgesamt gibt es eine jährliche finanzielle Unterstützung von 2,5 Millionen Euro von Seiten der Wirtschaft, der Landkreis steuert 200.000 Euro zu. Der Slogan des Campus' lautet „Die Zukunft, das sind wir“.
Text: Wikipedia
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