Hornburg
Stadt Hornburg ist ein Ortsteil der Gemeinde Schladen-Werla im Landkreis Wolfenbüttel (Niedersachsen).
Hornburg ist die Geburtsstadt des ersten deutschen Papstes Clemens II. (1046–1047). Hornburg, das am Fluss Ilse liegt, ist eine Fachwerkstadt und staatlich anerkannter Erholungsort.
Siegelmarken
Geschichte
Die namensgebende Hornburg wurde 994 erstmals in einer Urkunde im Zusammenhang mit Markt-, Münz- und Zollrechten der Stadt Quedlinburg erwähnt. Auf einem Kalksteinplateau am „Großen Bruch“ gelegen, war die Burg die nördliche Grenzfeste der Halberstädter Bischöfe. Sie beherrschte die Handelsstraßen von Braunschweig nach Halberstadt und Wernigerode sowie den Handelsweg Hildesheim–Halberstadt. Bei dem großen Brand 1512 wurden 120 Häuser Hornburgs zerstört. Vom Halberstädter Bischof 1528 erstmals als Stadt bezeichnet, erhielt es 24 Jahre später Marktrechte.
Seine Blütezeit erlebte Hornburg im 16. Jahrhundert, als es durch Hopfenanbau zu beträchtlichem Wohlstand kam. Diese für das Brauwesen wichtige Pflanze gedieh hier durch die günstigen klimatischen Bedingungen – wenig Regen und viel Sonnenschein – besonders gut.
Die Fachwerkstadt Hornburg hatte im Mittelalter 5 Stadttore: Halberstädter Tor, Braunschweiger Tor, Vorwerkstor, Pfarrhofstor und Dammtor. Letzteres ist als einziges erhalten geblieben. An diesem befindet sich rechts neben den mächtigen Torpfeilern das Wappen der Stadt Hornburg. Dieses ist aus einer Sandsteinplatte (65,0 cm × 70,0 cm) plastisch herausgearbeitet. Auf dem Stadtwappen befindet sich das Wappenschild gehalten von zwei Schildträgern, einer weiblichen und einer männlichen Figur. Im Zentrum befinden sich an einer Geweihspange hängend ein Jagdhorn und darüber die Buchstaben H und B für die Stadt Hornburg. Zwischen der Jahreszahl 1552 finden wir stilisiertes Blattwerk, darüber eine kleine Wappenkartusche mit dem Jagdhorn. Darunter symmetrisch angeordnet, zwei hervorgehobene gesiegelte Buchstaben K und W. Die Buchstaben stehen für die Nachnamen der beiden jeweils regierenden Bürgermeister in damaliger Zeit, welche sich in ihrer Amtszeit abwechselten. Diese waren im Jahre 1552 Henning Küchenthal d. J. und Hinrich Wagenführ. Sie nahmen den Bürgereid ab, erteilten das Bürgerrecht und waren auf Lebenszeit eingesetzt.
Am 4. Juni 1552 unterzeichneten der Erzbischof von Magdeburg und Bischof von Halberstadt, der Friedrich von Brandenburg, Sohn des Brandenburger Kurfürsten Joachims II., die für die Stadt Hornburg wichtige Marktrechtsurkunde. Wer in der Sicherheit der Stadtmauer leben wollte, musste den Erwerb eines Grundstücks nachweisen, ein Bürgergeld von 4 Talern zahlen und einen ledernen Löscheimer besitzen.
1648 kam Hornburg mit dem Territorium des ehemaligen Hochstifts Halberstadt an Brandenburg-Preußen und wurde nach der Franzosenzeit dem Landkreis Halberstadt der preußischen Provinz Sachsen eingegliedert. Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Hornburg mit der Stadt Hornburg vereinigt.[3] Der Landkreis Halberstadt ging 1932 im Landkreis Wernigerode auf. Im Zuge der Neuordnung des Salzgitter-Gebietes wurde Hornburg am 1. August 1941 zusammen mit Isingerode, Roklum und dem Vorwerk Tempelhof dem braunschweigischen Landkreis Wolfenbüttel zugeordnet. Dadurch wurde Hornburg 1945 Teil der britischen Besatzungszone und 1949 der Bundesrepublik Deutschland.
Hornburg lag bis zur Wiedervereinigung Deutschlands unmittelbar an der Grenze zur DDR. Diese Randlage brachte der Stadt einige Nachteile, die erst seit 1990 teilweise wieder behoben werden konnten.
Text: Wikipedia
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