Karow (Mecklenburg)
Karow in Mecklenburg wurde am 23. April 1254 erstmals urkundlich erwähnt, und zwar durch die Erwähnung seiner Kirche mit einem eigenen Kirchherren. Der Ort entwickelte sich über die Jahrhunderte vor allem durch das Gut und die Landwirtschaft, wobei das Gut Karow mehrmals den Besitzer wechselte und durch verschiedene Adelsfamilien geprägt wurde.
1845 wurde Ernst Cleve in den Adelsstand erhoben und ließ südlich des Herrenhauses einen Gutspark anlegen. Im Revolutionsjahr 1848 kam es auch in Karow zu Aufständen der Tagelöhner gegen die Gutsherrschaft, die zur Zwangsversetzung der Arbeiter führten. 1870 übernahm Louis von Cleve das Gut und startete die kostspielige Kultivierung von Niedermoor zu Grünland, ein Projekt, das bis 1885 andauerte. Mit dem Eisenbahnbau ab 1882 veränderte sich die Struktur des Ortes, da Gebäude und Flächen für die Bahnstrecke weichen mussten.
1887 wurde die Bahnstrecke Wismar–Karow eröffnet, was die Entwicklung des Ortes weiter beschleunigte. 1898 erwarb der Berliner Großkaufmann Johannes Schlutius das Gut Karow und modernisierte es grundlegend. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gut im Zuge der Bodenreform 1945 enteignet und ab 1947 von der Deutschen Saatzucht-Gesellschaft als Zucht- und Vermehrungsbetrieb genutzt.
In den 1990er Jahren wurde das Gut nach der Wende zum Teil an die Familie Schlutius zurückgegeben und als ökologisch wirtschaftender Musterbetrieb wiederaufgebaut. Heute ist Karow bekannt für seine Landwirtschaft und die denkmalgeschützten Gebäude, darunter das Schlutius-Mausoleum im Gutswald.