Matgendorf
Matgendorf, heute ein Ortsteil von Groß Wüstenfelde, wurde erstmals im Mittelalter erwähnt und gehörte ab 1380 zunächst der Ritterfamilie von Smeker, später ab 1621 der aus Lüneburg stammenden Familie von der Kettenburg, die das Gut bis 1927 besaß. Das ursprüngliche Herrenhaus brannte 1851 ab und wurde bis 1856 im Stil der Neorenaissance neu errichtet; der umgebende englische Landschaftspark und die Grablege der Familie sind bis heute erhalten. 1867 konvertierte die Familie von der Kettenburg zum katholischen Glauben und richtete 1852 eine katholische Schlosskapelle ein, wodurch Matgendorf im protestantischen Mecklenburg zu einem Zentrum katholischen Lebens wurde. Nach dem wirtschaftlichen Ruin der Familie 1927 wurde das Gut an die Mecklenburgische Landgesellschaft verkauft, in 25 Siedlerstellen aufgeteilt und das Gutshaus diente ab 1930 als Schule, später als Lungenheilanstalt und Heim für körperbehinderte Kinder. Seit 1994 befindet sich das sanierte Gutshaus im Besitz der Diakonie und wird als psychosoziale Einrichtung genutzt. Matgendorf wurde 2004 nach Groß Wüstenfelde eingemeindet und ist heute ein typisches Gutsdorf mit bewegter Geschichte.