Mechanische Wollwarenfabrik
Die Mechanische Wollwarenfabrik in Mühlhausen wurde im Jahr 1897 von Hans Bernstein und Louis Stern gegründet, zwei junge Kaufleute, die ursprünglich aus Gelnhausen (Hessen) stammten. Sie begannen in Mühlhausen mit der Herstellung von Wollwaren und Seidenstickereien. Bereits am 10. April 1899 wandelten sie ihr Unternehmen in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) um.
Im Sommer 1902 entschieden sich Bernstein und Stern, den Standort zu wechseln. Am 9. September 1902 ließen sie die Mechanische Wollwarenfabrik GmbH in das Handelsregister des Amtsgerichts Chemnitz eintragen. Damit verlagerte sich der Firmensitz von Mühlhausen nach Chemnitz, wo das Unternehmen fortan weitergeführt wurde.
Während des Ersten Weltkriegs geriet die Fabrik in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Im Februar 1917 wurde die GmbH aufgelöst, Bernstein selbst wurde als Liquidator eingesetzt. Noch im selben Monat gründete er jedoch unter dem Namen „Mechanische Wollwarenfabrik Sachsen Hans Bernstein“ eine Nachfolgefirma, die weiterhin Wollwaren, Sweaters und gestrickte Ärmelwesten herstellte. Zu dieser Zeit beschäftigte das Unternehmen 33 Personen direkt und 31 Frauen in Heimarbeit.
1922 wandelte Hans Bernstein die Wollwarenfabrik in ein Familienunternehmen um und ließ seine minderjährigen Kinder als Kommanditisten eintragen. Die Firma firmierte nun als „Mechanische Wollwarenfabrik Sachsen Hans Bernstein Kommanditgesellschaft.