Neustadt am Rübenberge

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Neustadt am Rübenberge (amtlich Neustadt a. Rbge.) ist eine Gemeinde in Niedersachsen.

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(c) Karte: CC-BY-SA OpenStreetMap.org contributors

Siegelmarken

Mariensee (Neustadt am Rübenberge)

Geschichte

Neustadt am Rübenberge wurde um 1200 vom Grafen Bernhard II. von Wölpe gegründet und 1215 erstmals als „nova civitas“ („neue Stadt“) urkundlich erwähnt. Die Stadt entstand an einer wichtigen Fernstraße von Hannover nach Bremen über die Leine und war zunächst Teil der Grafschaft Wölpe, die hier eigene Silberpfennige prägen ließ. Nach dem Aussterben der Grafen von Wölpe 1302 fiel das Gebiet an die Herzöge von Braunschweig und Lüneburg.

Im 16. Jahrhundert wurde Neustadt unter Herzog Erich I. von Calenberg zum zweiten Regierungssitz erhoben und die Burg nach einem Brand ab 1573 als Schloss „Landestrost“ im Stil der Weserrenaissance wiederaufgebaut, wobei die Stadt zu einer Festung ausgebaut wurde. Nach dem Tod Erichs II. 1584 verlor Neustadt die Residenzfunktion an Hannover. 1543 wurde die Stadt evangelisch-lutherisch und war Schauplatz mehrerer Hexenprozesse. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Neustadt 1626 nach Belagerung durch Tilly eingenommen und 1635 nach dreimonatiger Belagerung wieder befreit.

1727 zerstörte ein großer Stadtbrand fast alle Wohnhäuser; der Wiederaufbau erfolgte nach heutigem Grundriss. 1885 wurde der Landkreis Neustadt am Rübenberge gegründet; in den folgenden Jahrzehnten entstanden erste Schulen und geschlossene Siedlungen. 1913 wurde in Eilvese ein Funkenturm errichtet, über den 1914 der erste Funkkontakt zwischen Europa und den USA hergestellt wurde. Während des Zweiten Weltkriegs diente Neustadt als Standort für ein Barackenlager des Reichsarbeitsdienstes und wurde 1945 durch britische Truppen befreit, wobei bei der Sprengung der Löwenbrücke britische Soldaten ums Leben kamen.