Reichenbrand

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Reichenbrand liegt im Westen der Stadt Chemnitz und wurde als Ortsteil der ehemaligen Stadt Siegmar-Schönau im Jahre 1950 zu Chemnitz eingemeindet.

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(c) Karte: CC-BY-SA OpenStreetMap.org contributors

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Sonstige

Geschichte

Das zur Herrschaft Rabenstein gehörige Reichenbrand wurde durch Brandrodung Urbar gemacht und wird 1263 erstmals im Zinsregister des Klosters Chemnitz erwähnt. Die Urkunde zur Landvergabe an Rudolf von Brandt datiert von 1254. Wie die anderen Ortschaften der Herrschaft ging der Ort mit dem Verkauf der Herrschaft Rabenstein 1375 an das Chemnitzer Benediktinerkloster über. Die Bannmeile von 1331 ließ auch hier keine Etablierung von Handwerk und Handel zu – erst 1555 wurden sieben Handwerker erlaubt. Nach der „Rabensteiner Fehde“ (1386 bis 1390) wurde ein Teil der Reichenbrander und Grünaer Bauern nach Limbach lehnspflichtig. Auch nach der Auflösung des Chemnitzer Klosters blieben diese Bauernhöfe beim Rittergut Limbach, während der Klosterbesitz dem Amt Chemnitz unterstellt wurde. Bis 1796 war das Reichenbrander Rittergut ein Nebengut der Herrschaft derer von Schönberg auf Limbach. Die Funktion des Rittergutes endete mit den Ablösungen und Gemeinheitsteilungen seit 1832 sowie der Abschaffung der Gerichtsbarkeit des Grundherrn von Staats wegen 1855. Das Rittergut befand sich am heutigen Rosenweg und brannte 1873 ab. Blick zur Johanneskirche und zum ehemaligen Rathaus mit seinem glockenförmigen Turm

Man unterstellte, dass die Ausbreitung der Pest 1633 durch die Wasserentnahme aus dem Dorfbach begünstigt wurde, so dass ab 1665 Wasserleitungen zu den flureigenen Quellen gelegt wurden, so z. B. der Mühlgraben. Hölzerne Rohrleitungen versorgten die Reichenbrander u. a. entlang der heutigen Zwickauer Straße bis hin zur Kirche.

Im ehemaligen Ortsteil „Hart“ (altdtsch. Hardt = bewaldeter Berg), der sich oberhalb der heutigen Rabensteiner Straße befand, entstanden ab 1710 viele kleine Häuschen, in denen die Strumpfwirkerei Einzug hielt. Eine Bleiche entstand im Jahr 1723.

Johanneskirche

Reichenbrand wurde erstmals 1347 als Kirchdorf erwähnt, das Baujahr der ersten Kirche ist unbekannt. 1701 erfolgte der Abriss; die Weihe der neuen Kirche fand 1702 statt. Dieses Bauwerk musste aufgrund von Baumängeln 1802 abgerissen werden, und ab 1803 begann der Neubau im damals aktuellen Baustil des Klassizismus.

Die im April 1810 neu eingeweihte Johanneskirche steht an der Kreuzung Zwickauer und Hohensteiner Straße. Sie wurde von Johann Traugott Lohse als klassizistische Saalkirche erbaut. Erst nach der Wende von 1990 konnte diese Kirche gründlich renoviert und als wertvolles Baudenkmal wieder in Wert gesetzt werden. Die Kirche ist zusammen mit dem Kriegerdenkmal (1875) ein geschütztes Kulturdenkmal und in der Denkmalliste verzeichnet.

Pfarrhof mit Kirchnerhaus

Mit der Kirche eng verbunden war schon immer der Pfarrhof, der ebenfalls heute als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt ist. Er wird in der Denkmalliste wie folgt beschrieben:

Stattliches Wohnhaus mit Fachwerkobergeschoss sowie eine später als Kirchnerhaus genutzte Stallscheune in dominanter Lage neben der Kirche, Gebäudegruppe erhaltenswert aufgrund der ortsgeschichtlichen Bedeutung als Pfarrhof sowie aufgrund der städtebaulichen Situation.

Dieses Baudenkmal wurde ebenfalls in der Nachwendezeit gründlich renoviert. Nach Baubeginn am Pfarrhaus (1991–1992) wurden nämlich große Mängel an der Bausubstanz (Fachwerk) sichtbar. Durch die große Spendenbereitschaft der Kirchgemeinde, durch die Beihilfe der Landeskirche Sachsens und des Denkmalamtes wurde es möglich, das Pfarrhaus denkmalgerecht zu rekonstruieren.

1997 musste die erste Etage des Kirchnerhauses – das ja zum Kulturdenkmal Pfarrhaus dazugehört – komplett neu gemauert werden. Das Kirchnerhaus wurde ebenfalls denkmalgerecht rekonstruiert.

Gasthof Reichenbrand, heute „Haus des Gastes“

Schon 1653 ist von einem Schenkgut, das zum Rittergut Limbach gehörte, die Rede. Im Jahr 1822 wird der Gasthof mit Tanzsaal und einem Obergeschoss erbaut und 1889 nach Osten hin erweitert. Eine Attraktion war die im parkähnlichen Außengelände stehende Sommerrodelbahn. Die Weltwirtschaftskrise brachte Einbußen hervor, wovon sich der Gasthof bis zur Schließung 1950 nur schwer erholte. Zunächst wurde der Gasthof von der „Wismut AG“, dann vom „Deutschen Fernsehfunk“ und dem „Sportclub Karl-Marx-Stadt“ genutzt. Heute gehört das Gebäude zum Sportamt Chemnitz. Nach 1990 wurde es von dem Architekten Peter Waldvogel umgebaut und gepachtet für den traditionsreichen und erfolgreichen Chemnitzer Athletenclub (CAC). Weitere Nutzungen erfolgen durch den 1. Faschingsclub an der Chemnitz (1. FCC) und andere Mieter. Es heißt seit dieser Zeit „Haus des Gastes Reichenbrand“.

Stärkerwald

Der Stärkerwald ist ein Waldgebiet in Chemnitz-Reichenbrand ohne forstliche Bewirtschaftung und weist durch seine vielschichtige Biotopenstruktur eine reichhaltige Vogelwelt auf.

Der Namensgeber Arthur William Stärker, um 1900 Besitzer der Chemnitzer Strumpfwarenfabrik, erwarb Flurstücke in Reichenbrand, welche er ab 1906 nach eigenen Entwürfen von Fachleuten aufforsten ließ. Das Areal diente zunächst als Sommersitz der Familie. Der Zugang zum Wald erfolgt über die Pawlowstraße, diese kurz hinter dem Ortseingang aus Richtung Chemnitz-Mittelbach rechts in die Aue des Kassbergbachs abzweigt und nach der Unterquerung der Neefestraße entlang am Hang des Kassberges zum Wald hinführt. Noch bevor der Weg den Stärkerwald erreicht befinden sich unterhalb in einer Senke entlang am Kassbergbach mehrere Teiche. Diese gelten als erhaltenswerte Feuchtbiotope. Die als Flächennaturdenkmal geltenden Teiche am Lauf des Kassbergbachs

Am Eingang des Waldes befand sich eine Mahlmühle, die „Sandmühle“, welche im Jahr 1973 einstürzte und anschließend abgetragen wurde. Der Baumbestand des unteren Abschnitts ist durch Laubbäume, wie Eichen und Birken geprägt. Beim genauen Betrachten sind heute noch Ziersträucher (Rhododendron, Eibe und Lebensbaum) zu erkennen, die einst dem Wald einen parkähnlichen Charakter verliehen. Bergauf, südlich zum Kaßberg (366,6 m) hin folgt Nadelwald. Auf dessen Höhenzug befindet sich eine Streuobstwiese, welche ebenso den Status eines Flächennaturdenkmals trägt. Hier verläuft die Grenze an die Gemeinde Neukirchen/Erzgeb. Der Waldweg endet nach Durchquerung eines Rotbuchenbestands weiter südwestlich am Verbindungsweg zwischen Neukirchen/Erzgeb. und Chemnitz-Mittelbach.


Text: Wikipedia

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