Schönberg (Mecklenburg)

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Schönberg ist eine Stadt im Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern.

Reklamemarken und Siegelmarken

Mecklenburgische Landvogtei des Fürstentums Ratzeburg

Sonstige

Geschichte

Vom 13. Jahrhundert bis heute

Fürstentum Ratzeburg mit dem Hauptort Schönberg, westliche Exklave des Herzogtums Mecklenburg-Strelitz (Karte: 1866–1934)

Schönberg wurde 1219 als Sconenberge erstmals urkundlich erwähnt.[5] Es wurde Anfang des 14. Jahrhunderts unter Bischof Markward von Jesowe Residenz der Bischöfe von Ratzeburg. Das Hochstift Ratzeburg, allgemein Land Boitin genannt, fiel nach dem Dreißigjährigen Krieg als Fürstentum Ratzeburg an Mecklenburg und gehörte ab 1701 zum Herzogtum Mecklenburg-Strelitz.

Die Ortsteile Malzow (als Malsowe) und Rupensdorf (als Rubenestorp) wurden bereits 1194 im Isfriedschen Teilungsvertrag erstmals urkundlich erwähnt.

Während der Befreiungskriege wurde Schönberg am 4. September 1813 Schauplatz eines Scharmützels zwischen den sich zurückziehenden französischen Truppen unter François Antoine Lallemand und Soldaten der Hanseatischen Legion unter dem Major Friedrich Wilhelm Ludwig von Arnim-Suckow, der am folgenden Tag bei Wesloe fiel. In dessen Verlauf zerstörten die französischen Truppen die Brücke über die Maurine und setzten die Häuser an der Straße, die zur Brücke führte, in Brand. 21 Häuser wurden dabei zerstört.[6]

1822 erhielt Schönberg als Hauptort und Verwaltungssitz der Exklave das Stadtrecht. Verwaltungsbehörde war die Landvogtei für das Fürstentum Ratzeburg, Eingangsgericht das Justizamt der Landvogtei für das Fürstentum Ratzeburg. 1879 entstand das Amtsgericht Schönberg. Nach der Reichseinigung von 1871 stand Schönberg im wirtschaftlichen Schatten des benachbarten Lübeck.

1821 wurde zunächst eine Holländerwindmühle, 1848 unmittelbar daneben an der Maurine, die heute noch als Wohngebäude genutzte Friedrich-Wilhelm-Mühle erbaut. 1907 wurde die Windmühle in den Nachbarort Selmsdorf umgesetzt und brannte dort am 13. März 1922 ab.[7] 1905 kaufte Anton Oltmann aus der holsteinisch-mecklenburgischen Müllerfamilie Oltmann beide Mühlen. 1908 baute Oltmann in der Wassermühle eine 56 PS-Turbine ein, 1921 einen Walzenstuhl. Beides wurde von der Mühlenbauanstalt Amme, Giesecke & Konegen geliefert.[8] Die Wassermühle blieb bis 1945 im Besitz der Familie. Ab 1945 wurde die Mühle treuhänderisch verwaltet, 1952 wurde der Müller Hans Oltmann, wie viele andere Müller, enteignet und die Mühle in das „Eigentum des Volkes“ überführt. Die Mühle war noch bis 1992 in Betrieb.[7][9]

1934 wurden die Ämter Grevesmühlen und Schönberg im Zuge der Wiedervereinigung der beiden Mecklenburgs zum Landkreis Schönberg zusammengelegt, Sitz der Kreisverwaltung war Schönberg.

Die Kreisverwaltung wurde 1949 in das 20 Kilometer östlich gelegene Grevesmühlen verlegt.

Durch die Lage an der innerdeutschen Grenze wurde die Stadt hart getroffen und erholt sich seit der Wiedervereinigung langsam. Der Altstadtkern wurde ab 1994 mit Hilfe der Städtebauförderung gründlich saniert.

Im August 2018 geriet Schönberg bundesweit in die Schlagzeilen, weil Unbekannte zweimal Hakenkreuze an eine Stelle im Ort gemalt hatten, an der zuvor ein syrisches Kind bei einem Unfall ums Leben gekommen war.[10]

Von 1952 bis 1994 gehörte Schönberg zum Kreis Grevesmühlen (bis 1990 im DDR-Bezirk Rostock, 1990–1994 im Land Mecklenburg-Vorpommern). Seit 1994 liegt die Stadt im Landkreis Nordwestmecklenburg.


Text: Wikipedia

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