Schleuse Zerben

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Schleuse Zerben

Die Schleuse Zerben blickt auf eine fast einhundertjährige Geschichte zurück, die eng mit dem Ausbau der deutschen Binnenwasserstraßen verknüpft ist. Ihr Ursprung liegt in den 1930er Jahren, als durch einen gezielten Kanaldurchstich die Verbindung zwischen dem Ihlekanal und dem Plauer Kanal geschaffen wurde, um eine kürzere Wasserstraße in Richtung Berlin zu etablieren. In diesem Zuge entstand zwischen 1934 und 1938 die erste, nördliche Schleusenkammer aus Stahlbeton. Diese wurde als sogenannte Schleppzugschleuse mit einer stattlichen Nutzlänge von rund 225 Metern und einer Breite von 12 Metern konzipiert, damit ein ganzer Schleppzug bestehend aus einem Dampfer und mehreren Lastkähnen gemeinsam geschleust werden konnte.

Bereits bei diesen ersten Planungen und Bauarbeiten im 20. Jahrhundert wurde eine Fläche für eine zukünftige zweite Schleusenkammer auf der Südseite freigehalten und reserviert. Im Laufe der Jahrzehnte stiegen die Anforderungen der modernen Binnenschifffahrt jedoch so stark an, dass die historische Anlage an ihre Kapazitätsgrenzen stieß. Um den Elbe-Havel-Kanal für größere Schiffstypen passierbar zu machen und im Rahmen des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 17 zu modernisieren, begannen im Jahr 2013 schließlich die Arbeiten für den Erweiterungsbau. Genau auf der bereits in den 1930er Jahren dafür vorgesehenen Fläche wurde die zweite Schleusenkammer gebaut. Nach fünf Jahren Bauzeit wurde diese Südschleuse im März 2018 offiziell für den Schiffsverkehr freigegeben. Sie verfügt über eine nutzbare Kammerlänge von 190 Metern, eine Breite von 12,50 Metern und überwindet je nach Wasserstand der Elbe eine Fallhöhe von bis zu 5,50 Metern. Heute gilt das Gesamtensemble der Schleuse Zerben aufgrund seiner langen Historie und der Kombination aus historischer und moderner Ingenieurskunst als geschütztes technisches Baudenkmal.