Schloss Zerben

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Schloss Zerben

Das Schloss Zerben im heutigen Sachsen-Anhalt blickt auf eine bewegte, jahrhundertelange Geschichte zurück, die untrennbar mit der Adelsfamilie von Plotho und der deutschen Literaturgeschichte verbunden ist. In den Jahren 1562 bis 1564 entstanden an diesem Standort zunächst zwei Herrenhöfe, ein Rittergut und ein erstes Schloss derer von Plotho, welches jedoch während des Dreißigjährigen Krieges vollständig niederbrannte. Das anschließend als einfaches Fachwerkhaus wiedererrichtete Gutshaus wurde schließlich im Jahr 1847 zu einer repräsentativen, klassizistischen Schlossanlage umgebaut.

Weltweite Berühmtheit erlangte das Anwesen als Geburtshaus von Elisabeth Freiin von Plotho, die dort am 26. Oktober 1853 zur Welt kam, ihre Jugend verbrachte und später als historische Vorlage für Theodor Fontanes weltberühmten Roman „Effi Briest“ diente. Zwischen 1874 und 1879 ließ der damalige Rittergutsbesitzer Wolfgang von Plotho die Anlage, inspiriert durch das Schloss Leitzkau, zu einem aufwändigen, dreiflügeligen Ensemble im Stil der Weser-Renaissance erweitern. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlitt das Schloss im Jahr 1948 schwere Schäden, als der verbindende Mittelrisalit auf Befehl der sowjetischen Militäradministration abgerissen wurde und die beiden Seitenflügel fortan getrennt voneinander standen. Die Gemeinde Zerben übernahm das geschichtsträchtige Anwesen im Jahr 1996, stellte es zwei Jahre später unter Denkmalschutz und leitete eine umfassende Sanierung ein. Seit dem erfolgreichen Abschluss dieser Restaurierungsarbeiten im Jahr 2010 erstrahlt das Schloss Zerben in neuem Glanz und dient der Region heute als lebendige Gedenkstätte sowie als anerkannter sachsen-anhaltischer „Frauenort“.