Strafanstalt Bützow

Aus veikkos-archiv
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Die Geschichte der Strafanstalt Bützow beginnt 1812 mit der Einrichtung des Kriminalkollegiums im umgebauten Bischofsschloss, das zunächst als Untersuchungsgefängnis diente. 1839 wurde die moderne Landesstrafanstalt Dreibergen eröffnet, deren Gebäude im Laufe der Jahrzehnte stetig erweitert wurden, sodass bis 1847 fast 300 Gefangene, darunter auch Frauen, untergebracht werden konnten.

Während der NS-Zeit wurden zahlreiche politische Gegner und Opfer der Rassenpolitik inhaftiert, und von Januar bis Mai 1945 fanden in Dreibergen Hinrichtungen statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die sowjetische Besatzungsmacht die Anstalt als Repatriierungslager, bevor sie 1951 von der Volkspolizei der DDR übernommen wurde. In der DDR-Zeit war Bützow ein zentraler Haftort für politische Gegner des SED-Regimes, insbesondere während der Aktion Rose 1953, bei der hunderte Gastwirte und Hotelbesitzer inhaftiert wurden.

Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde die Strafanstalt wieder der Justiz unterstellt und ist heute als Justizvollzugsanstalt Bützow in Betrieb. Das historische Gebäude steht unter Denkmalschutz und ist ein bedeutender Erinnerungsort für den politischen Missbrauch des Strafvollzugs in Deutschland.

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