Verein Deutscher Zinngießereien
Der Verein entstand als Zusammenschluss deutscher Zinngießereien mit dem Ziel, die Interessen des traditionellen Handwerks zu vertreten, die Qualität der Produkte zu sichern und den fachlichen Austausch unter den Betrieben zu fördern. Zinngießen ist eines der ältesten Handwerke in Deutschland, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Die Mitglieder des Vereins fertigten Zier- und Gebrauchsgegenstände aus Reinzinn oder Feinzinn, wobei sie ihre Produkte mit individuellen Meistermarken kennzeichneten, die für Reinheit und Herkunft bürgten.
Im Jahr 1913 organisierte der Verein eine große Zinngießereien-Ausstellung in Nürnberg, die unter dem Namen „Zinnschau“ bekannt wurde und die Vielfalt sowie das handwerkliche Können der Branche präsentierte. Diese Ausstellung war ein bedeutendes Ereignis für das Handwerk und wurde durch Reklamemarken dokumentiert, die heute als historische Sammlerstücke gelten. Der Verein war Teil der Zinngießerinnung, die als Dachverband für die deutschen Zinngießereien fungierte und sich für die Erhaltung des Handwerks einsetzte. Trotz des Rückgangs traditioneller Zinngießereien im 20. Jahrhundert besteht das Handwerk bis heute fort, unter anderem im Bundesverband des Deutschen Zinngießerhandwerks e.V., der die Nachfolgeorganisation des ursprünglichen Vereins darstellt.
Vereinssitz war in der Tafelfeldstraße 37 in Nürnberg.