Verein Deutsches Haus

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Der Verein Deutsches Haus entstand im 19. Jahrhundert als Zusammenschluss deutschsprachiger Bürgervereine, die in verschiedenen Städten Mitteleuropas gegründet wurden, um Geselligkeit, Kultur und nationale Identität zu pflegen. In Prag wurde 1862 zunächst das Deutsche Casino gegründet, das 1916 in Verein Deutsches Haus umbenannt wurde und 1875 das repräsentative Palais Vernier am Graben erwarb, das bis 1945 als Zentrum des gesellschaftlichen Lebens der deutschsprachigen Bevölkerung diente.

In Znaim (Znojmo) entstand 1870 der Deutsche Bürgerverein, der 1882 ein eigenes Vereinshaus errichtete, das als Deutsches Haus bekannt wurde und als kultureller und politischer Treffpunkt der deutschsprachigen Minderheit fungierte. Auch in Flensburg wurde zwischen 1927 und 1930 ein Deutsches Haus erbaut, das die deutsche Regierung der Stadt schenkte, um die „Treue“ Flensburgs nach der Volksabstimmung von 1920 zu würdigen, bei der sich die Mehrheit für den Verbleib bei Deutschland entschieden hatte. Dieses Gebäude entwickelte sich zu einem zentralen Versammlungs- und Veranstaltungshaus und gehört heute zu den Kulturdenkmalen der Stadt.

In Radeberg wiederum entstand im Zuge der Industrialisierung ein Deutsches Haus als Hotel, Gaststätte und Vereinszentrum, das sowohl kulturelle als auch politische Funktionen erfüllte und als Treffpunkt der Arbeiterschaft diente. Der Standort des Vereins Deutsches Haus war somit nicht auf eine einzige Stadt beschränkt, sondern bezeichnete in mehreren Orten Mitteleuropas repräsentative Gebäude, die von deutschsprachigen Vereinen errichtet oder genutzt wurden und die jeweils als kulturelle und gesellschaftliche Zentren dienten.

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