Vorwerk (Greifswald)
Die Geschichte von Vorwerk im Kreis Greifswald ist eng mit der Entwicklung der Gutsherrschaft in Vorpommern verbunden. „Vorwerk“ bezeichnete ursprünglich einen landwirtschaftlichen Nebenhof eines größeren Gutes, der später oft zu einem eigenständigen Gut oder einer kleinen Siedlung wurde. Im Kreis Greifswald gab es mehrere solcher Vorwerke, etwa das Dargezin-Vorwerk, das als Ortsteil von Gützkow geführt wird und zwischen 1920 und 1945 auch als Dargezin-Meierei bekannt war.
Weitere Beispiele sind das Vorwerk Gustebin und das Vorwerk Nonnendorf (ab 1864 Spandowerhagen), die im 19. Jahrhundert als Gutsbezirke im Kreis Greifswald verzeichnet wurden. Diese Vorwerke entstanden meist im Zuge der Agrarreformen und der Ausweitung des Gutsbetriebs im 18. und 19. Jahrhundert. Sie wurden von Gutspächtern bewirtschaftet und waren oft Teil größerer Gutsanlagen, die die landwirtschaftliche Produktion der Region prägten.
Bis ins 20. Jahrhundert wechselten viele dieser Vorwerke mehrfach den Besitzer oder wurden im Zuge von Bodenreformen aufgesiedelt und in Bauernstellen umgewandelt. Heute sind die ehemaligen Vorwerke meist als Ortsteile oder Siedlungen erhalten und erinnern an die landwirtschaftliche und soziale Geschichte des Kreises Greifswald.