Welsleben

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Welsleben ist ein Ortsteil der Gemeinde Bördeland im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Siegelmarken

Geschichte

Mittelalter

Die Entstehung des Ortes Welsleben wird in die Zeit der Thüringer Besiedlung des westlichen Elbegebietes zwischen 300 und 530 n. Chr. datiert. Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 826 im Zusammenhang mit einer Schenkung des kaiserlichen Legaten Aito an das Reichskloster Corvey. In der Schenkungsurkunde wird der Ort Waldeslef genannt. Später taucht auch die Bezeichnung Waldisleif auf. 937 schenkte König Otto I. Waldislevo dem Magdeburger Mauritiuskloster, das die Grafschaft Mühlingen mit dem Ort belehnte. Im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen Staufern und Welfen Anfang des 13. Jahrhunderts erlitt Welsleben erstmals erhebliche Zerstörungen, der auch die hölzerne Kirche zum Opfer fiel. Sie wurde 1225 durch einen Neubau ersetzt. 1240 wurde das Domkapitel Magdeburg Lehnsherr. Es verkaufte das Gut Welsleben an den Ritter Otto von Welsleben, dessen Nachkommen das Rittergut 1371 wieder an das Domkapitel zurückgaben. 1484 erfolgte eine Belehnung des Ritterguts an die Familie von Pletz. Als erster evangelischer Geistlicher amtierte ab 1545 Pfarrer Engelbert Hertius. Sein Nachfolger Adam Ripkogel gründete 1560 in Welsleben eine Knabenschule.

Vom Dreißigjährigen Krieg bis zum 19. Jahrhundert

Im Dreißigjährigen Krieg erlitt Welsleben schwere Schäden. Am 21. Oktober 1622 brach im Dorf ein Großfeuer aus, das 25 Höfe vernichtete. Kaiserliche Truppen quartierten sich am 25. Oktober 1625 in Welsleben ein und plünderten die Einwohner aus. Im Dezember 1631 zog das schwedische Heer plündernd und brandschatzend durch den Ort. Nachdem 1644 Soldaten das Dorf erneut geplündert hatten, flohen die meisten Einwohner nach Groß Salze. Ihre Zahl hatte sich bereits im Mai 1636 durch die Pest um die Hälfte verringert. Nach Kriegsende belebte sich Welsleben durch die Rückkehr der Geflohenen und Zuzug von auswärtigen Familien, darunter ehemalige Offiziere, wieder. In den Jahren 1670 und 1671 erfolgten umfangreiche Umbauten an der Kirche, und 1677 wurde in Welsleben eine Mädchenschule eröffnet.

Während der napoleonischen Besatzung gehörte Welsleben von 1807 bis 1813 zum französischen Königreich Westphalen und unterstand dem Canton Schönebeck. Nach der Vertreibung Napoleons kam Welsleben 1816 in den preußischen Kreis Wanzleben. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war Welsleben rein landwirtschaftlich geprägt, danach vollzog sich allmählich ein Strukturwandel. Bereits 1785 eröffnete Abraham Gansauge bei Welsleben die Braunkohlengrube Friederike, die 1791 Anlass zum Bau der Chaussee nach Magdeburg gab. Ihr folgte der Ausbau der Straße nach Schönebeck. Nachdem 1840 mit dem Bahnhof Schönebeck an der Bahnstrecke Magdeburg–Halle (Saale) eröffnet worden war und 1857 ein Bahnhof in Eickendorf an der Bahnstrecke Schönebeck–Staßfurt in Betrieb genommen worden war, gründete sich in Welsleben mit der Zuckerfabrik Fischer, Plümecke & Co. 1864 der erste Industriebetrieb. Am 1. November 1896 erhielt der Ort mit der Eröffnung der Bahnstrecke Schönebeck–Blumenberg einen eigenen Bahnhof. Die Einwohnerzahl stieg von 1.128 im Jahre 1820 auf 1.986 1910.

Ab dem 20. Jahrhundert

Im April 1945 beendeten amerikanische Truppenteile die 12-jährige Herrschaft des Nationalsozialismus in Welsleben. Nach anschließender kurzer britischer Besatzung kam Welsleben am 1. Juli 1945 unter den Herrschaftsbereich der Sowjetischen Besatzungszone. Diese mündete 1949 in die Deutsche Demokratische Republik (DDR). 1950 wurde Welsleben in den neu gebildeten Kreis Schönebeck eingegliedert. Mit der von der DDR in die Wege geleiteten Vergesellschaftung der Landwirtschaft, wurden die bis dahin privaten Bauernhöfe ab 1952 in eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) und in ein Volkseigenes Gut (VEG) überführt. In den 1960er Jahren arbeitete das VEG als staatliches Lehr- und Versuchsgut, bewirtschaftete 1.300 ha und hatte sich als Spezialbetrieb für Mähdruschfrüchte und für Bullenzucht profiliert. Ebenfalls in den 1960er Jahren machte sich Welsleben einen Namen als „Skidorf in der Börde“. Die Betriebssportgemeinschaft Traktor hatte 1959 am nahen Mühlberg eine 20 m hohe Sprungschanze errichtet, auf der bis zu ihrem Einsturz 1972 nationale Wettkämpfe stattfanden. An ihnen nahmen unter anderem die DDR-Ski-Größen Harry Glaß und Werner Lesser teil. 1964 hatte Welsleben 2.395 Einwohner. 1974 erhielt der Ort einen Schulneubau.

Volksgut Welsleben

Nach der politischen Wende von 1989 wurde die Landwirtschaft wieder privatisiert. Einen Großteil der Flächen übernahmen die Landwirtschaftliche-Produktiv-Genossenschaft in Biere und für kurze Zeit die H & S-Agrar-GbR in Welsleben. Diese wurde später von kleineren Einzelwirtschaften abgelöst. 1999 wurde der Verkehr auf der Bahnstrecke Schönebeck–Blumenberg eingestellt und Welsleben verlor seinen direkten Bahnanschluss. Dagegen brachte der Bau der Bundesautobahn 14, die im selben Jahr nur 1,5 km von Welsleben entfernt eine Anschlussstelle erhielt, Verbesserungen für den Autoverkehr. Mit Wirkung zum 29. Dezember 2007 wurde Welsleben in die neu gebildete Einheitsgemeinde Bördeland eingemeindet. Im Jahr 2013 gab es im Ort 37 Gewerbebetriebe.


Text: Wikipedia

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