Zwenkau

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Zwenkau ist eine Kleinstadt in Sachsen.

Reklamemarken und Siegelmarken

Verzeichnis der sortierten Reklamemarken und Siegelmarken mit einem Bezug zu Zwenkau.

Geschichte

Vorindustrielle Zeit

Vorgeschichtliche Besiedelung wurde in der Gegend von Zwenkau durch archäologische Funde für ca. 6000 v. Chr. nachgewiesen.

Zwenkau ist eine der ältesten Städte im heutigen Sachsen; als slawische Siedlung wurde die Stadt 974[5] erstmals urkundlich erwähnt und als Civitas im Gau Chutizi bezeichnet. Kaiser Otto II. übertrug die Stadt damals dem Bistum Merseburg.[6] Hierbei wurde ein Höriger namens Nezan erwähnt.

1195 wurde Zwenkau als Marktort (forum) bezeichnet, 1332 als befestigter Ort (castrum). Seit 1356 hat Zwenkau einen Bürgermeister. 1316 wird zum ersten Mal die Zwenkauer Kirche erwähnt. Um 1525 gehörten zur Pfarrei Zwenkau die Pfarrkirche St. Laurentius und die Filialkirchen von Imnitz (seit 1988 nicht mehr genutzt)[7] und Pulgar (1971 wegen der Kohleförderung abgerissen).

Nach der Reformation kam Zwenkau mit dem Gebiet des Merseburger Stifts 1561/65 unter kursächsische Herrschaft. Schon damals war die Stadt amtsangehörig, das heißt, sie hatte keinen Grundherren. 1655 kamen Stadt und Amt Zwenkau zum Amt Lützen. Dieses gehörte zwischen 1656/57 und 1738 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Merseburg.[8]

Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam der Westteil des Amts Lützen im Jahr 1815 zu Preußen, damit auch das heute zu Zwenkau gehörende Zitzschen. Die mit dem Ostteil des Amts Lützen beim Königreich Sachsen verbliebene Stadt Zwenkau wurde zunächst dem Kreisamt Leipzig zugeordnet, kam aber später zum Amt Pegau. Mit der Einführung der sächsischen Städteordnung im Jahr 1833 wurden die Vorstädte (z. B. Berg), die bisher unter Verwaltung des Amtes gestanden hatten, dem Zwenkauer Stadtrat unterstellt. 1856 wurde die Stadt Sitz des Gerichtsamts Zwenkau. Seit 1875 gehörte sie zur Amtshauptmannschaft Leipzig.[9] 1929 erfolgte die Eingemeindung der unmittelbar ans Stadtgebiet angrenzenden Dörfer Imnitz und Kotzschbar.[10]

Demografie

Im Schatten des aufstrebenden Leipzig entwickelte sich Zwenkau nur langsam. 1748 wurden knapp 90 Haushalte gezählt. Das entspricht 450 bis 500 Einwohnern. Nach dem Siebenjährigen Krieg erlebte die Stadt einen gewerblichen Aufschwung und die Bevölkerung verfünffachte sich in weniger als 100 Jahren. Noch vor der eigentlichen Industrialisierung zählte man 1834 in Zwenkau 2419 Einwohner. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchs Zwenkau vor allem durch den Kohletagebau und die Folgeindustrien stark. Von 1950 bis 1990 verlor der Ort 40 Prozent seiner Einwohner. Der seitdem wieder zu verzeichnende Anstieg ist zum großen Teil auf die Eingemeindungen zurückzuführen.

Zwenkau und die Braunkohle

Von 1890 bis 1908 wurde durch das Braunkohlenwerk Zwenkau Kohlenabbau im Tiefbau betrieben. Wegen starken Grundwasserflusses musste der Abbau eingestellt werden.

Zwenkau war bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges hinein beliebtes Ausflugsziel der Leipziger Großstadtbevölkerung durch das einst nordöstlich an die Stadt grenzende Waldgebiet Harth. Dieses wurde infolge des 1921 erfolgten Aufschlusses des Tagebaus Böhlen (1969 in Tagebau Zwenkau umbenannt) abgeholzt und abgebaggert. Unter der hauptsächlich aus Nadelgehölzen bestehenden Harth befanden sich mächtige Braunkohlenflöze, die im Zeitraum von 1950 bis etwa 1975 abgebaut wurden. Aufgrund der Weiterführung des Tagebaus über das Jahr 1970 hinaus wurde die Abbaggerung der Orte Bösdorf und Eythra 1970 endgültig beschlossen. Daraufhin wurde in den Jahren 1974 bis 1977 die Weiße Elster zwischen Kleindalzig und Hartmannsdorf in ein Betonbett um den Tagebau Zwenkau geleitet, ebenso musste die Eisenbahnstrecke Zeitz–Leipzig zwischen Großdalzig und Leipzig-Knauthain verlegt werden.

Volkswirtschaftliche Braunkohleplanungen der DDR sahen ab den 1980er Jahren im Rahmen der von der SED verkündeten „radikalen Auskohlung“ aller vorhandenen Braunkohlenreservelagerstätten vor, das gesamte Stadtgebiet von Zwenkau und die südliche Elsteraue (die Kleinstädte Pegau und Groitzsch eingeschlossen) bis vor Zeitz in Etappen bis zum Jahr 2050 abzubaggern, um die Energieversorgung und Industrie der sozialistischen Planwirtschaft weiter aufrechtzuerhalten. Die politische Wende von 1989/90 machte diese Pläne zunichte. Eine Realisierung des Vorhabens hätte auch dazu geführt, den Raum zwischen Leipzig und Zeitz weitestgehend siedlungsfrei zu machen, das Naturschutzgebiet Elsteraue des Südraumes Leipzig wäre verschwunden und die Weiße Elster hätte in ein weiteres betoniertes Kanalbett verlegt werden müssen.

Die Abbaugrenze des sich entgegen der Uhrzeigerrichtung um Zwenkau von 1921 bis 1999 bewegenden Tagebaues Zwenkau (Böhlen) wurde nach Abwägen der Interessen von Stadt und Braunkohlenwirtschaft durch den Planungsverband Westsachsen 1993 festgelegt. Die Tagebauabbaugrenze markiert die ehemalige Straße Eythra–Zitzschen. Mit dieser Entscheidung blieben die Lindenallee des einstigen Schlosses Eythra sowie das Auenwaldgebiet Eichholz erhalten. Der letzte Kohlezug verließ am 30. September 1999 den Tagebau Zwenkau.

Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung 1990

Nach 1990 setzte eine Revitalisierung der städtischen Struktur Zwenkaus ein, neue Wohnsiedlungen entstanden, die Einkaufspassage Weinhold-Arkade wurde errichtet, und mit dem umgesetzten Konzept „KAP ZWENKAU“ am Zwenkauer See hat die Stadt ihren Anteil am entstehenden Leipziger Neuseenland.

Am 1. Oktober 1996 wurde Rüssen-Kleinstorkwitz als Ortsteil der Stadt Zwenkau eingemeindet.[11]

Der 2003 eingeweihte Belantis Vergnügungspark liegt durch den Zwenkauer See von der Stadt getrennt im Norden Zwenkaus an der A 38.


Text: Wikipedia

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