Holstentorhalle

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Ansichtskarte von Ernst Thälmann

Die Holstentorhalle ist eine unter Denkmalschutz stehende ehemalige Messe- und Ausstellungshalle des Backsteinexpressionismus in der Hansestadt Lübeck (Schleswig-Holstein). 2007 wurde die Halle nach einem umfangreichen Umbau der Musikhochschule Lübeck als Übungs- und Unterrichtsgebäude übergeben.


Geschichte

1913 schenkte der Lübecker Kaufmann und Senator Emil Possehl der Stadt Lübeck 800.000 Mark für ein Volkshaus in unmittelbarer Nachbarschaft des Holstentors und der Salzspeicher. Es sollte den Namen Kaiser-Wilhelm-Volkshaus tragen. Der Bau kam wegen des Ersten Weltkriegs zunächst nicht zustande. Erst in den 1920er Jahren wurde das Vorhaben umgesetzt.

Der Architekt und Lübecker Oberbaurat Friedrich Wilhelm Virck entwarf die Backsteinhalle mit Spitzbogendach aus Holzbindern. Als 700-Jahr-Halle wurde sie im September 1926 zur Jubiläumsfeier der Lübecker Reichsfreiheit, die nur noch elf Jahre bestehen sollte, mit einer Handwerks- und Gewerbemesse eröffnet.

Ernst Thälmann hielt 1929 in der Halle eine Rede; 1933 nahm Willy Brandt vor seiner Emigration noch unter seinem Geburtsnamen Herbert Frahm an einer Antifaschistischen Aktion teil, bei der er auch als Redner auftrat.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden nordische Feierstunden in der Halle veranstaltet. 1938 wurde Getreide eingelagert. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Halle, die inzwischen den Namen Holstentorhalle trug, von Sportvereinen genutzt. In den folgenden Jahrzehnten wurde die unter Vernachlässigung leidende Halle sowie die davor liegende Grünfläche auch vom Deutschen Gewerkschaftsbund, der seinen Sitz im benachbarten neuen Gewerkschaftshaus hat, für Familienfeste zum Abschluss der Maikundgebungen genutzt.

In den 1970er Jahren erwog die Stadt Lübeck einen Abriss, um Platz für ein Warenhaus des Horten-Konzerns zu schaffen. 1981 startete die Bürgerinitiative Rettet Lübeck eine bundesweit wahrgenommene und letztlich erfolgreiche Initiative gegen den geplanten Abriss. Als Konsequenz wurde im Januar 1990 die Holstentorhalle unter Denkmalschutz gestellt. Sie diente zudem als Konzert- und Veranstaltungshalle, bis 1994 die Musik- und Kongresshalle fertiggestellt war. 2003 und 2004 wurde auf der Freifläche vor der Halle die Eisskulpturenschau Ice World veranstaltet, wobei Zeltbauten die Halle verdeckten.

2005 wurde der Umbau des Halleninneren unter Leitung des Architekten Kuno Dannien begonnen, Mauerwerk und Dach wurden saniert. Dafür stellte die Possehl-Stiftung 3,5 Millionen Euro zur Verfügung. Zwei Etagen mit Proben- und Chorräumen, Musikstudio und Hörsälen wurden eingebaut. Die Dachkonstruktion blieb dabei den Auflagen des Denkmalschutzes entsprechend sichtbar. Am 28. April 2007 wurde die Holstentorhalle zur Nutzung an die Musikhochschule übergeben.

Die Halle befindet sich im Besitz der Stadt Lübeck, die Einbauten gehören dem Land Schleswig-Holstein als Träger der Musikhochschule. Das Land finanzierte mit 350.000 Euro vier Flügel sowie die informationstechnische Ausstattung. Mit dem Hauptkomplex der Musikhochschule auf dem gegenüber liegenden Ufer der Trave ist die Holstentorhalle über eine im Frühjahr 2007 fertiggestellte Fußgängerbrücke verbunden, die im Volksmund bereits Professorenbrücke genannt wird.


Ernst Thälmann

Ernst Fritz Johannes Thälmann (* 16. April 1886 in Altona; † 18. August 1944 im KZ Buchenwald) war ein deutscher Politiker der Weimarer Republik. Er war Parteivorsitzender der KPD von 1925 bis zu seiner Verhaftung durch die Gestapo im Jahr 1933. Er war kommunistischer Kandidat für die Reichspräsidentenwahlen von 1925 und 1932 und Mitglied des Reichstages von 1924 bis 1933. Thälmann führte von 1925 bis zu seinem Verbot 1929 den paramilitärischen RFB an, der als so genannte Schutz- und Wehrorganisation vor allem in Straßenkämpfen mit den Nationalsozialisten in Erscheinung tritt. Er schloss die in den Statuten der Kommunistischen Internationalen vorgesehene Umstrukturierung der KPD als Partei neuen Typus' ab. Aufbauend auf die sowjetische Sozialfaschismusthese bekämpfte die KPD unter seiner Führung die SPD als politischen Hauptfeind innerhalb der Weimarer Republik.

Seine Verhaftung erfolgte am 3. März 1933, zwei Tage vor der Reichstagswahl März 1933 und einige Tage nach dem Reichstagsbrand. Thälmann wurde im August 1944, nach über elf Jahren Einzelhaft, vermutlich auf direkten Befehl Adolf Hitlers erschossen.



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