Kleinmachnow

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Geschichte

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(c) Karte: CC-BY-SA OpenStreetMap.org contributors


In der nähe des Busch – Graben – der Grenze Groß – Berlin – sind wiederholt bearbeitete Feuersteinsplitter und Gefäßscherben gefunden worden, die die Anwesenheit von Menschen vor über der Jahrtausenden bewiesen. Noch älter dürfte der aus einer Hirschstange gefertigte „ Kommandostab“ sein, der beim Bau des Teltowkanals ans Tageslicht kam und garvierte oder eingeritzte Zeichnungen trägt, deren Bedeutung jedoch noch nicht feststeht.

Bis zum Jahre 1375 schweigt die Geschichte über das Dörfchen, das sicher zur Zeit der askanischen Kolonisation im 13. Jahrhundert – vielleicht an Stelle einer slawischen Siedelung – angelegt und mit 34 Hufen ausgestattet wurde. Möglich ist sogar, dass sich an dem Platze des alten Schlosses schon eine wendische Verteidigungsanlage befunden hat, die eine Passstelle durch das dort sehr schmale Sumpfgebiet der Bäke deckte, und wo dann in früher Zeit deutschen Vordringens ein Rittersitz entstand, in dessen Schutz eine dörfliche Siedelung lag.

Als „Parva Machenow“ erstmalig genannt, gehörte es denen von Quast und von Löwenberg; erstere wurden Ende des 14. Jahrhunderts Alleinbesitzer der beiden Gutsanteile, die zu Beginn des 15. Jahrhunderts an die altadlige Familie von Hake übergingen, die bis auf den heutige Tag hier ansässig blieb. Es ist dies der einzige Fall im Kreise Teltow, dass ein Geschlecht durch alle Wirrnisse der Zeit so fest zur angestammten Scholle gehalten hat.

Die Historie kennt manche Namen aus dieser Familie, deren Träger treu zum Vaterland gestanden haben, wenn es galt, große Taten für das Wohl des Ganzen zu vollbringen. Wenn auch „Machenow uffm Sande“ – wie es der Landreiter im Jahre 1652 nennt – nicht übermäßig mit gutem Boden gesegnet war, die Wirren des Dreißigjährigen Krieges die Äcker Verwüstet hatten, spätere Kriegsläufe Not und Sorgen brachten; die Hakes hielten durch! Die Wassermühle, der alte Rittersitz an der Straße, das von Gilly erbaute Herrenhaus am Rande des malerischen Parkes, die um die Wende des 15. Jahrhunderts erbaute Backsteinkirche mit den schönen Sterngewölben im Inneren und der welschen Haube auf dem Dache des wuchtigen Turmes – sie alle sind eng mit der Geschichte der Herrschaft und mit den Geschicken des Dorfes verknüpft.

Alte Erinnerungen und Sagen schlingen sich um ihre Mauern, weisen auf das Sühnekreuz am Straßeneck und zerflattern in den mächtigen Kastanienbäumen am Wege. Wenn auch der Bau des Teltowkanals, neu entstandene Landhaussiedelung und das Verschwinden mancher alten rohrgedeckten Kate im Dorfe viel von der Romantik genommen hat, so bleibt uns doch die Erinnerung am Alten – und die Freude am Aufstieg einer neuen Zeit.

Einwohnerzahl 1925: 447 männl. 463 weibl. Anbaufläche : 1170 ha Eisenbahnstation :Zehlendorf, Vorrotstrecke Berlin (Wannseebahn) Wannsee – Potsdam Postanschrift : Teltow

Quelle: Adressbuch Teltow 1927